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zu kennzeichnen, sich mit dem einen bekannten Merkmal eines solchenbegnügen musste. Denn gerade die Totengestalten der französischenTotentanzbilder aus dem i 5. Jahrhundert besitzen Köpfe, die wedernach wirklichen Schädeln, noch nach Bildern von solchen kopiert,sondern nach willkürlichen Vorstellungen von Schädeln oder selbstfratzenhaft und nach wirklichen Tierköpfen gebildet sind (Fig. 2, 3)*).Es handelt sich also gar nicht um ein ganz bestimmtes Vorbild, daslandauf und landab immer wieder kopiert wurde, sondern nur umein allgemeines Schema, an dem das Totenhafte und das damit ver-bundene Grausenhafte durch eine möglichst auffällige, aber durchaus
____________________________ nicht immer schädelartige Kopf bildung
erreicht werden sollte.
Dazu kommt noch ein sehr eigen-tümliches Merkmal, das mit demnatürlichen Zustande einer Leichekaum etwas zu thun hat. NachFrimmei. waren schon die ältesten dervon ihm citierten Todesbilder derMiniaturen ganz grau gehalten; Jubinalgiebt an, dass die Totengestalten undihre Gewänder im Gemälde von LaChaise-Dieu grau gemalt waren, undnach der Reproduktion des LübeckerTotentanzes (Nr. 44) möchte ich fürseine Toten dasselbe annehmen(Fig. 19). In den oberdeutschenTotentänzen endlich begegnet uns Ähnliches in Bild und Wort. Sowar nach den Originalkopien Büchels in Kleinbasel der Tote desNarren dunkelfarbig gemalt (Fig. 32), in Grossbasel der Tote desWucherers (Fig. 70), der zum Überfluss im Text geradezu ein„schwarzer Tod" genannt wird**). Ferner spricht in Kleinbasel undden oberdeutschen Holzschnitten und Handschriften (s. u.) der Totezum König: „Ich führ' Euch hier bei der Hand an dieser schwarzen
Fig- 3- Totengestalt aus dem Totentanzvon Kermaria, nach Soleil.
*) Affenähnliche Köpfe sind übrigens nach Frimmel schon in den Todesfiguren der älterenMiniaturen anzutreffen, sowie im oberdeutschen Totentanz in Basel und in den Handschriften dieBezeichnung „Affen" für die Toten mehrfach vorkommt.
**) Massmann (Nr. 50) hat die dunkle Farbe in beiden Figuren fortgelassen, Merian dagegenden Grossbasler Toten ebenfalls dunkel gezeichnet (Nr. 53).
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*) BURCKH.J
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