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Holbeins Totentanz und seine Vorbilder
Entstehung
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: Beweise1 begann.Totentanzderts, der;n Namen:kernagelliehe spa-ängst an-les eigen-itung despanischender ver-antwortet.

Seelmann hat ganz zutreffend auseinandergesetzt, dass der Tod, der

einen Lebenden aufruft, ihm auf

seine Klagen

antwortet und im

unmittelbaren Anschluss daran, in derselben Strophe, den folgendenLebenden aufruft u. s. w., durch die ganze Dichtung hindurch die-selbe Person sein müsse. Ein solches Nacheinander der Wechsel-reden verschiedener Personen mit einem und demselbenTod" konntenatürlich nur in einer Dichtung oder einem wirklichen Schauspielvorkommen, bildlich aber nicht dargestellt werden, ohne dass derTod bei jeder einzelnen Person wiederholt wurde; und in der Thatzeigen uns die französischen Gemälde des 15. Jahrhunderts zu Paris,Kermaria und La Chaise-Dieu eine solche fortlaufende Reihe mit einemregelmässigen Wechsel von Totengestalten und Lebenden, von denendie ersteren ihre Beziehungen zum vorausgehenden und zum folgendenLebenden dadurch anzeigen, dass sie diese beiden Nachbarn anfassen(Fig. 5). Ein derartig zusammenhängender Reigen war die einzigmögliche Form, in der das Bild den oben geschilderten Vorgangveranschaulichen konnte, wodurch aber zugleich sich ein Widerspruchzwischen Bild und Text ergab. Denn nach dem letzteren war dereine Tod die einzige bleibende Erscheinung, während die verschiedenenStände einzeln an ihn herantreten und nach der Wechselrede ab-treten, um dem Nachfolgenden Platz zu machen j statt dessen stellensich im Bilde alle Stände mit ebenso vielen Totengestalten in einemReigen gleichzeitig dar. Eine Übereinstimmung konnte also nur da-durch herbeigeführt werden, dass der Text sich der bildlichen Dar-stellung anpasste, die Todesgestalt ebenfalls vervielfältigte und jedevon ihnen nur mit einem Lebenden sprechen Hess, d. h. die Gesamt-heit der genannten Personen in Paare ordnete. Eine solche Ab-änderung des ursprünglichen Textes ist denn auch in Paris und Ker-maria eingetreten (das Gemälde von La Chaise-Dieu hatte keinenbegleitenden Text).

Schon aus jener Verschiedenheit des ältesten aus Frankreichstammenden Totentanztextes, nämlich der spanischen Danca generalde la Muerte (14. Jahrhundert) und der ältesten französischen Ge-mälde (15. Jahrhundert) kann auf die Priorität der in jenem Texterhaltenen Gestalt des Totentanzes geschlossen werden, auch wenndaneben, also schon im 14. Jahrhundert, Gemälde des Totentanzesexistiert haben sollten. Denn hätte er gleich anfangs aus einemReigen mit zahlreichen Totengestalten bestanden, so wie es die uns