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bis ein Cadi ihn rekognosziert und ein Franziskaner ab-holt. Im Franziskanerkloster wird er gut aufgenommen;ihr Guardian ist jederzeit ein Italiener, der Pater Vicariusein Franzose, der Pater Prokurator ein Spanier, und damalsgerade war der Pater Präses in der Kirche des heiligenGrabes, wo stets zwölf Brüder sich befinden, ein Deutscheraus Schwaben. So oft die Türken die Thür zum Grabes-tempel öffnen, erhalten sie dafür eine Zechine (== 2£ Thl.)und aufserdem von jedem Abendländer 15, von jedem Le-vantin er 7|- Thl. In dem heiligen Grabe selbst lesen nurdie Lateiner Messe, die übrigen Nationen haben nur dieErlaubnis, ihr Gebet dort zu verrichten. Der europäischenPotentaten Lampen hängen inmitten des heiligen Grabes,rechts die des Czars und der Griechen, links die der Ar-menier. Aus Mangel an Geldmitteln sind die Abessinier,Georgianer und Syrianer nicht mehr in der Kirche desheiligen Grabes vertreten, und nur ein Kopte wohnt nochdarin, welcher so wenig zu seinem Unterhalt bekommt, dafser bei den andern Priestern um Kost Dienste thut. Diefrühere Bekanntschaft mit dem griechischen ArchimandritenChrysanthus führt eine Begegnung mit dessen Bruder Neo-phitus, dem Bevollmächtigten des Patriarchen von Jerusalem,herbei, wodurch L. in allen griechischen Klöstern gute Auf-nahme findet. — Über die Reise von Jerusalem nach Cairosind Briefe nicht vorhanden; aus letzterer Stadt datiert einBrief vom 20. Dezember 1699, in welchem L. auf vorher-gehende Briefe darüber verweist, die wahrscheinlich also ver-loren gegangen sind. Am 15. April 1700 befindet sich L.wieder in Livorno, von wo aus er seine Reise durch Italien,Frankreich, England etc. fortsetzt.
Aus der Briefsammlung A. H. Frankes im Besitz derK. Bibliothek in Berlin. Über den Verfasser vgl. Archiefvoor kerkeüjke Geschiedenis van Nederland, Leiden 1838,377—472.
Diese Auszüge verdanke ich der Güte des HerrnDr. Meisner.