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Deutsche Pilgerreisen nach dem Heiligen Lande
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1692 starb Maxentius Eisner, Kommissar des hei-ligen Landes (Analecta Franciscana, Ad Claras Aquas 1885,I, 96); über Minoriten als Märtyrer im heiligen Lande sieheebenda S. 257258.

1699 (a.) ging als Adjutant der nach Konstantinopel be-stimmten kaiserlichen Gesandtschaft ein Mann aus Über-lingen mit, der von da nach Jerusalem und Cairo reisteund viele Reliquien mit heimbrachte, welche er der Made-rischen Kapelle seiner Vaterstadt übergab (Leopold-SophienBibliothek zu Überlingen VIII, No. 627, angeführt in derZeitschr. für Gesch. d. Oberrheins 1881, XXXIV, 350).

1699 (b.) Heinrich Wilhelm Ludolph. Die Briefeüber seine Orientreise an Aug. Herrn. Franke sind ausSmyrna, Konstantinopel, Cypern, Jerusalem und Cairodatiert und beginnen mit dem 14/24. Nov. 1698. Am16. Sept. 1699 segelt L. von Konstantinopel auf dem eng-lischen Schilfe The Drake" ab, welches der armenischePatriarch für 2700 Tbl. gemietet hat, dabei aber durch dasVermieten der einzelnen Plätze einen grofsen Profit macht,indem die schlechtesten Plätze für 14 Thl., andere für3050 Thl. vergeben sind. Fünf Juden haben eine Kam-mer für 300 Thl. zusammen genommen und klagen, dafs siefast ersticken. Auf dem Schiff befindet sich der Bevoll-mächtigte des armenischen Patriarchen, der Aretin (= Pater)Signor Mansur, der Dolmetscher der Franziskaner beimheiligen Grabe, aus Bethlehem gebürtig. Am 5. Oktoberkommen die Reisenden nach Jaffa, woselbst sie bis zum 8.bleiben. Der Dolmetscher aus Ramleh, welcher zugleich dieReise nach Jerusalem leitet, bekommt dafür als Gebühr vonjedem Einwohner des türkischen Reiches 7 Thl., von jedemEuropäer 14 Thl., wofür er Pferd oder Esel zur Reise be-schafft und den Caftar, d. i. das Passiergeld, an die Araberentrichtet. Trotzdem bleiben die Pilger von den Arabernnicht unverschont, weshalb L. von Ramleh nach Jerusalemmit einem vornehmen Türken reist, der seine von Kon-stantinopel aus mitgekommeneGeliebte" von Jaffa abge-holt hatte. Am Thore der heiligen Stadt mufs L. warten,