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Deutsche Pilgerreisen nach dem Heiligen Lande
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Endlich schwebten die Pilger in fortwährender Angstvor Seeräubern infolge der beunruhigenden Gerüchte, welcheunterwegs begegnende Schiffe brachten [163], oder die Ein-wohner in den Häfen ihnen mitteilten. Viele kehrten in-folge dessen um, und nur die Mutigsten bestanden auf derWeiterfahrt [164], ja 1476 ward der Besuch des heiligenLandes ihnen direkt widerraten, weil ein Colonna für dieVermogensbeschädigung durch einen Muselmann sich selbstRecht geschafft hatte, wofür nun die Muselmänner den Chri-sten zur See allerlei Schaden zufügten [165]. Zum Glückjedoch erwies sich die Nachricht, dafs Seeräuber in Sichtseien, meist als blinder Lärm [166], und waren sie auchin der Nähe, so zogen sie sich bei dem Anblick des wohl-gerüsteten Pilgerschiffes gewöhnlich zurück [167]; zu einemwirklichen blutigen Zusammenstofs kam es 1497, aber trotzder Niederlage entgingen auch hier die Pilger wunderbarer-weise der Gefangenschaft [168]. Beispiele, wo Pilger durchSchiffbruch oder Angriff in die Hände der Türken fielenund schwere Gefangenschaft zu ertragen hatten, finden wirerst gegen Ende des 16. Jahrhunderts, vorher selten [169].

Die Route, welche die Schiffe nach der Syrischen Küsteeinschlugen [170], ging an der istrischen, dalmatischen, tür-kischen und griechischen Küste entlang und berührte Pa-renzo [l7l], Rovigno, Pola [172], Zara, Curzuola, Ra-gusa [173], Corfu [174], Zante [175], Modon [176], Cerigo [177]und Candia [178]; von da ging die Fahrt über Rhodus [179]nach Cypern [180], bis endlich bei Jaffa die Küste vor denAugen der Pilger aufstieg und mit Lobgesängen begrüfstwurde.

Ein Schufs aus einem der beiden Warttürme Jaffas undein aufgestecktes Banner signalisierten die Ankunft des Pil-gerschiffes [181], das jedoch so lange vor Anker liegenmufste, bis auf die Botschaft des Patrons nach Jerusalemder Sandjak [182] und der Guardian oder dessen Stellver-treter, sowie die Emire von Ramleh [183] und Jazur j 184]mit ihren Mannschaften in Jaffa eingetroffen waren; wäh-rend dieser Zeit standen die Pilger in fortwährender Ge-