Schwerte, statt im blitzenden Waffenschmucke, mit dem Pil-gerstabe und im härenen Pilgergewande in die Stadt Gotteseinziehn und schwere Unbill von den Ungläubigen leidenzu müssen [18], aber für die meisten, wie für die Pilgervor den Kreuzzügen, fiel es wenig ins Gewicht, dafs jetztMuselmänner am heiligen Grabe standen, das einst Römerbewacht hatten, ja dies mufste sogar ein neuer Antrieb zutieferer Demut und Erniedrigung werden, eine Gelegenheitzu ernsterer und wohlgefälligerer Bufse.
Trotzdem würde man irren, wenn man glauben wollte,
g dafs alle, welche über das Meer zogen, nur religiöse Be-weggründe gehabt hätten, vielmehr können wir oft genugnachweisen, dafs weltliche Rücksichten und Ziele sie
m bestimmten. Der eine wollte politischen Konflikten aus-weichen [19], den anderen beseelte der Geist des Rittertums,(sei es um abenteuernd fremde Länder zu durchziehen [20],oder den Ritterschlag am heiligen Grabe und mit ihm diehöchste Weihe zu empfangen [21], oder auch den Wunschder Geliebten zu erfüllen und ihre Erhörung zu erlangen [22],I andere wieder trieb die fröhliche Wander- und Wagelust inden wunderreichen Osten [23], wie ja im 16. Jahrhundertdas Reisen als das wichtigste und notwendigste Bildungs-mittel für den Adeligen galt [24], der, wenn er auf italieni-schen Universitäten studierte, in Italien oder Konstantinopeldiplomatische oder militärische Dienste that, die Gelegenheit,nach dem heihgen Lande zu kommen, leicht fand und auchselten vorübergehen liefs. Neben solchen Besuchern Syriensfinden wir politische Agenten und militärische Bericht-erstatter, welche es überhaupt liebten, unter der Maske vonPilgern im Interesse ihrer persönlichen Sicherheit zu reisen [25],die im Auftrage des Königs Philipp U. von Frankreich, desKönigs Heinrich V. von England, des Herzogs Philipp H.von Burgund den Orient durch wanderten [26], um mit ge-übtem Ohre und spähendem Auge zu beobachten und zuerkunden, ob die Verhältnisse für einen Kreuzzug günstig
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lägen.
Bald treten auch die wissenschaftlichen Zwecke in den