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Deutsche Pilgerreisen nach dem Heiligen Lande
Entstehung
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geworden sind, nicht einmal zehn Gerechte? In einemSchreiben voll Schmerz und drängender Bitte fleht er Gott,den Heiland, die Mutter Gottes, die Apostel an, Erbarmenzu üben und fordert schliefslich den bei der BelagerungAccons umgekommenen Patriarchen Nikolaus auf, mit allenden Tausenden, die wie er Märtyrer ihres Glaubens wurden,ihre Stimme am Throne Gottes für sein armes Christenvolkzu erheben. Am Schlufs endlich findet er in einem ausder Beute von Accon gekauften Buche, den Moralien des hei-ligen Gregor, besonders in einer Erläuterung des BuchesHiob, «las innere Gleichgewicht wieder und fafst sich instiller Ergebung und Geduld [2].

Gewifs mochte manchem die Erkenntnis aufdämmern,wohl auch klar werden, warum die christlichen Staaten-gebilde im Morgenlande zusammenbrachen, zusammenbrechenmufsten; denn wir vernehmen ja Stimmen, welche nichtblofs aus dem verborgenen Ratschlüsse oder dem gerechtenZorne Gottes, sondern aus natürlichen Gründen die jämmer-liche Niederlage der Christenheit zu erklären suchen, aberdie grofse Menge des Volks, durch die glänzenden Sieges-verheifsungen der Kreuzprediger so oft und so entsetzlichgetäuscht, durch den Jerusalemablafs bald gegen Mauren,Albigenser und Stedinger, bald gegen Mongolen, Preufsenund Hohenstaufen zusammengelockt und vorwärts getrieben,war begreiflicherweise schliefslich abgemattet und gleich-gültig geworden. Überhaupt erlahmte der Kreuzzugseiferseit der Regierung Friedrichs IL, und mit dem Sinken derHohenstaufischen Macht beginnt auch der unaufhaltsame Zu-sammenstui'z der christlichen Staaten in Syrien; währenddie Kurie gegen die Ghibellinen den Vernichtungskampfführt, bricht Sultan Bibars in Syrien Burg auf Burg [3],und im Jahre 1268, wo das Haupt Konradins in den Sandrollt, wird Antiochien erobert und die Bevölkerung nachTausenden hingeschlachtet. Nur die Mongolen hindern denSultan an der völligen Vernichtung der Christen, bis imJahre 1291 Accon und ihre letzten Besitzungen fallen [4].Alle Versuche, mit Hilfe der Mongolen wieder festen Fufs