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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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nisses zwischen Kaiser und Kurfürsten und dem König von Frankreichfestere Gestalt gewonnen, da Ludwig diesmal mehr auf die Sache ein-ging 421 ). Seit dem Oktober 1474 hören wir von Verhandlungen zuMainz, wo dann noch vor Mitte Dezember die Grundlage des später inder That vollzogenen Bündnisses festgelegt worden zu sein scheint 422 ).Damals jedoch standen diese Dinge noch in weiter Ferne. Die Vor-schläge der beiden Kurfürsten bauten in der Hauptsache auf des Reicheseigene Kräfte, die sie, wie man sieht, sehr hoch anschlugen.

Aber war es wirklich möglich, diese Kräfte so, wie es hier ge-dacht war, zu einem einheitlichen grossen Unternehmen zusammenzu-fassen? Der Zustand des Eeiches musste das fast als einen Traum er-scheinen lassen. Auch einem Oberherrn von grösserer Thatkraft, alsKaiser Friedrich sie besass, sollte es schwer gehalten haben, solchkühne Pläne zu verwirklichen. Nicht alle Stände dachten so, wie Kur-fürst Albrecht, der auf den besonderen Dank des Kaisers erwiderte,dessen bedürfe es nicht; er erfülle nur seine Pflicht, wenn er der Sachedes Reiches Opfer bringe und seinem rechten Herrn getreuen Beistandleiste 423 ). Die Antworten, die sonst auf das Ratersuchen des Kaiserseinliefen, lauteten sehr verschieden. Es war immerhin eine ganz an-sehnliche Zahl von Fürsten und Städten, die sich zur Rettung willigzeigte, c ehe das Loch zu gross werde'. Ulrich von Württemberg erin-nerte an das alte Wort c principiis obsta' 424 ). Aber anderwärts lähmtenpersönliche Rücksichten. So mochte Eberhard von Württemberg alsSchwestersohn Erzbischof Ruprechts diesen gewiss nur ungern bekämpfen.Oder es standen Streitigkeiten der einzelnen Stände unter einander undlandschaftliche Sorgen im Wege. So waren die sächsischen Fürsten aufder einen Seite in Händeln mit dem Bischof von Würzburg, auf deranderen zog sie der drohende polnisch-ungarische Krieg in Mitleiden-schaft. In weiten Kreisen war der Reichsgedanke überhaupt erstorbenoder wenigstens in tiefem Schlaf befangen. Mit Entrüstung hörte Kur-

421 ) In Köln bildete sich schon im August das merkwürdige Gerücht,der Stadt sei französische Hülfe in Aussicht gestellt worden; siehe Janssen II 1S. 351 und 352, Berichte Schwarzenbergs Aug. 27 und 30 Köln.

i22 ) Vertragspunkte von Mainz, aus der Zeit von Kaiser FriedrichsAufenthalt in Frankfurt, gedr. Müller S. II 670 u. s. w.

423 ) Albrecht an Friedrich Aug. 18 Kolmberg, gedr. Arch. für Kundeösterr. Geschichtsqu. VII S. 101 und Priebatsch I S. 696.

424 ) Albrecht von Brandenburg an Albrecht von Bayern Aug. 19, anDr. Georg von Absberg Aug. 17, Kolmberg, gedr. Priebatsch I S. 696 und 693.