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her im Verlaufe des Kriegs so eingreifende Bedeutung erhalten sollte,hatte mau damals keine Ahnung. Zu Kurfürst Albrecht, dessen Bei-stand ebenso wichtig wie von vorn herein sicher war, sandte der Kaisereinige Tage später zwecks mündlicher Beratung den Kurfürsten Adolfvon Mainz in Person von Augsburg nach Gunzenhausen. Hier habendann die beiden Kurfürsten in den ersten Tagen des August gemeinsameine ausführliche, hochbedeutende Denkschrift ausgearbeitet, in der sie aufErsuchen Kaiser Friedrichs aus Anlass der kölnischen Sache' den Planeines gewaltigen Reichsaufgebotes entwarfen und ihre Ratschläge erteilten,wie man zu gleicher Zeit — denn dass das nötig schien, bildete dieHauptschwierigkeit — auf der einen Seite der Türken und Ungarn undauf der anderen Burgunds sich erwehren möchte 419 ).
Die Abwehr im Westen, so erklären sie, ist eine durchaus drin-gende Angelegenheit. Denn Herzog Karls Übergriffe sind eine Feind-seligkeit gegen Papst und Kaiser und drohen der deutschen Nation unddem heiligen Reiche neue Einbusse zu bringen. Deshalb soll zunächstder Kaiser den Herzog Sigmund von Oesterreich, der schon mit HerzogKarl in Feindschaft steht, und die Eidgenossen mit ihrem Anhang auf-fordern, 20000 Mann aufzubringen, wogegen er ihnen seine Hülfe ver-sprechen soll. Dann soll der Kaiser alsbald nach Frankfurt eilen,dorthin die Kurfürsten von Mainz und Trier, das rheinpfälzische Land,das Kölner Kapitel und seinen Anhang und andere Benachbarte ent-bieten und einen Anschlag auf 20 000 Mann mit ihnen macheu. Ersoll ferner dem Mainzer den Befehl erteilen, dass er als Dechant derKurfürsten die von Sachsen und Brandenburg in Person, für den vonTrier vollmächtige Räte auf den 28. August nach Bamberg bescheide.
an Eberhard gedr. Sattler, Gesch. Würtembergs unter den Grafen IV, Bei-lagen S. 98; an Christian erwähnt Priebatsch S. 684.
"») Gedr. Chmel, Mon. Habsb. I 1 S. 418—428 (der Anschlag S. 421bis 425). Unvollständiges Exemplar des Anschlages gedr. Wülcker S. 84 f.Exemplare in Bamberg und Weimar erwähnt Bachmann, Reichsgesch. IIS. 485. Zur Datierung: 1) Ein brandenburgischer Rat vernahm in xVugsburg[Juli 30], dass Adolf 'des morgens' zu Albrecht nach Gunzenhausen reitensolle; 2) Albrecht schrieb Aug. 17 (Kolmberg): 'die k. m. hat in (den vonMentz) zu uns geschickt gein Guntzenhausen des herzogen von Burgundihalben'; folgt Bericht über den Anschlag; 3) Albrecht war Aug. 8 in Schwa-bach, Aug. 11 in Ansbach; 4) Adolf war Aug. 10 in Augsburg; 5) K. Fried-rich dankte Albrecht Aug. 14 (Augsburg) für den gemeinschaftlich mit Adolfausgearbeiteten Anschlag. Priebatsch I S. 688 oben; S. 694 oben; S. 689Nr. 885 und 691 Nr. 887; S. 69 t Nr. 886; S. 693 Nr. 891.