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erbverbrüderten Fürsten von Brandenburg und Sachsen bewarb 415 ). Diewestfälischen Nachbarn des Niederrheins, wie Bischof, Adel und Städtevon Münster, rührten sich nicht 416 ).
Ausserordentlich viel hing in diesem Augenblick vom Verhaltendes Kaisers ab. Wenn er sich aufraffte, alle Kräfte des Widerstandeszu schneller und entschlossener That gegen den Burgunder zu vereinen,wenn er selbst herabkam und das Gewicht des kaiserlichen Namensgegen den Feind des Keiches in die Wagschale warf, war au einemguten Erfolg nicht zu zweifeln. Aber im Verzuge war die grössteGefahr. Namentlich die Stadt Kölu legte ihm das alles ans Herz. Sieschickte ihren Rat Dr. Wolter von Bilsen wieder hinauf und bat indringenden Briefen an den Kaiser selbst und seine Umgebung, besondersan Adolf von Mainz, ein über das andere Mal flehentlich um schleunigeHülfe. Wenn der Kaiser bei Zeiten Widerstand leiste, so sei allengeholfen und er erlange Gottes Lohn, der Welt Ehre und Gut und derganzen Christenheit ewigen Preis und Dank 417 ).
Schnelligkeit war nicht der Fehler Kaiser Friedrichs. Aber dieGefahr für das Reich war nachgerade zu offenkundig, als dass er hätteganz unthätig bleiben können. Schon am 28. Juli, ehe der AufbruchKarls von Maastricht droben bekannt war, zugleich mit der erstenVertröstung Kölns, schrieb Friedrich von Augsburg aus, wo er die ganzeZeit festsass, an eine grössere Anzahl von Fürsten, vor allem an Kur-füiist Albrecht von Brandenburg und an Kurfürst Ernst, Herzog Albrechtund Herzog Wilhelm von Sachsen, und bat sie um ihren Rat, was zurErhaltung des Stifts Köln beim Reiche gegenüber dem vom Erzbischofherbeigerufenen Herzog von Burgund zu thun sei. Schreiben gleichenInhaltes an die Grafen Ulrich und Eberhard von Württemberg erinnertennoch besonders an Herzog Karls schändliche Handlung gegen Heinrichvon Mömpelgard, Ulrichs Sohn, Eberhards Vetter. Auch König Christianvon Dänemark wurde gleichzeitig und ähnlich wie die deutschen Fürstenum seinen Rat ersucht 418 ). Von dem Doppelspiel des Dänen, das nach-
415 ) Siehe u. a. Bericht Schwarzenbergs Aug. 30 Köln, Jansseu II 1S. 352; Heinrich an Albrecht von Brandenburg Aug. 29, Fontes 46 S. 276und (abweichend) Priehatsch I S. 700.
416 ) Vgl. Köln an Rudolf von Sulz Aug. 29, Briefb. 30 Bl. 169.
417 ) Briefe von Aug. 25, 26, 29, Briefb. 30 Bl. 166 ff.
418 ) Brief an Albrecht verz. Priehatsch I S. 683; an Ernst und anAlbrecht (einzeln) erwähnt u. a. Priehatsch S. 684; an Wilhelm gedr.Müller II S. 647; an Ulrich zu vermuten nach Priehatsch S. 693, Aug. 17 >