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geplante Kriegsfahrt gegen Brilon, wo es den Überfall der Hessen vomNovember vorigen Jahres zu rächen galt, bisher noch nicht zur Ausfüh-rung gelangt 2 " 7 ). Aber sie stand jetzt drohend bevor, bei Gelegenheiteines grossen kriegerischen Unternehmens gegen Erzbischof Ruprecht undseine Anhänger, zu dem Landgraf Heinrich, der die Angelegenheit seinesBruders stets im Auge behielt 298 ), damals sich anschickte. Er bot nichtnur Grafen und Ritterschaft, Städte und Landbezirke der Landgraf-schaft zu gemeiner Heerfahrt auf, sondern ging auch auswärtige Fürstenund Herren, vor allem die erbverbrüderten Häuser Sachsen und Bran-denburg um Hülfe an. Am 13. Juni wusste man in Nürnberg, dassKurfürst Albrecht von Brandenburg und Herzog Wilhelm von Sachsenden Bischof von Bamberg um einen reisigen Zug gebeten hatten, derihnen zugesagt worden war und am 19. Juni in Sammlung kommensollte, um für Landgraf Hermann zu Dienst geschickt zu werden 29 °).Am 14. Juni wurde aus Augsburg gemeldet, Kurfürst Albrecht (damalsdort anwesend) werde dem Landgrafen Heinrich 400 Pferde zusenden;der Bischof von Eichstädt habe ihm 30 dazu geliehen 30 °). Die Sorgevor diesem in Aussicht stehenden grossen Feldzug Heinrichs scheint nundie Veranlassung gewesen zu sein, dass die westfälischen Stände mit derrheinischen Kapitelpartei in Verhandlungen eintraten, und Heinrich scheinterklärt zu haben, seinem Bruder sowie Kapitel und Ständen des StiftsKöln zu Gefallen eine freiwillige Unterwerfung der Stadt Brilon gegenSchadenersatz und Busse annehmen zu wollen. Am 10. Juni wurde c imBeisein des Kapitels, der Grafen, der Ritterschaft und etlicher der Land-schaft des Stifts Köln Freunde 301 ) und der geschickten Freunde ausWestfalen' durch Graf Eberhard von Wittgenstein und Ritter Goswin
Schafe und 180 Kühe weg: Casseler Chronik (Congeries), Zeitschr. für hess.Gesch. VII S. 341; zahlreiche Rechuungsvermerke in den Landau'schen Aus-zügen der Casseler Landesbibl. a. a. 0.
297 ) Vgl. oben S. 58 Anm. 248.
2M ) Sächsische Gesandte auf dem Augsburger Reichstag wollten wissen,Heinrichs Räte seien in Arbeit, in das Haus Hessen eine der noch ganzjungen Töchter des Herzogs von Mailand (geboren 1472 und 1473) zu ver-loben; mit der Hoffnung auf 100000 Gulden Mitgift verbinde sich die, dassdieser Handel dem Landgrafen Hermann zum Stift Köln wohl dienlich seinsolle; Müller, Reichstagstheatrum II S. 643.
2 ") Priebatsch I S. 667 (Nr. 856).
3CI< >) Janssen II 1 S. 339 (Nr. 481).
301 ) Ich muss hier die undeutliche Wortstellung aus der Urkunde bei-behalten, weil diese keine Ortsangabe hat.