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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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hafte Bescheid, den er mitbrachte, erwies sich dem gleich darauf ab-geschlossenen grossen französisch-burgundischen Stillstand gegenüber alsvöllig wertlos. Und, was sich freilich erst später herausstellte, mitanderen Bündnisplänen gelang es dem Kaiser ebensowenig. Er rechnetedamals nicht nur auf Christian von Dänemark, den er im Februar desJahres mit den Reichsgebieten Holstein, Stormarn und Ditmarschen be-lehnt hatte, sondern auch auf dessen Schwiegersohn Jakob von Schott-land. Im April hatte er den zur Zeit in Italien weilenden Dänenkönigeingeladen zu einer Zusammenkunft, die zwischen Friedrich, Christianund Ludwig von Frankreich gemeinsam stattfinden solle, nach Strass-burg auf den 28. Mai, was er doch bald widerrufen musste 284 ). Eineranschliessenden Einladung nach Augsburg entsprach Christian und wusstesich dort weitere Vergünstigungen von Kaiser Friedrich zu verschaffen;gegen die Ditmarschen, die sich der Unterwerfung unter Dänemarkweigerten, wurde er durch zahlreiche kaiserliche Hülfegebotbriefe unter-stützt 285 ). Am 1. Juli ist dann ein allgemeiner Freundschaftsvertragzwischen dem Kaiser und dem König zu Augsburg aufgerichtet worden 2S0 ).Trotzdem ist der Däne nachher ebensogut wie der Franzose seine eigenenWege gegangen. Was aber die Kräfte des heiligen Reiches selbst betraf,so waren sie an sich schwer auf die Beine zu bringen, und ausserdemhielten Verwicklungen im Osten die Aufmerksamkeit des Kaisers undder Stände zu sehr gefesselt. Nicht wenig hat diese Ablenkung despolitischen Blickes zur Verzögerung des Reichskrieges gegen Burgundbeigetragen 287 ). Auch wurden neue Schwierigkeiten geschaffen durchdie am 27. Mai zu Augsburg ausgesprochene Ächtung Friedrichs vonder Pfalz. Unter solchen Verhältnissen war von Kaiser und Reich sobald noch keine Hülfe für die bedrängten Rheinlande zu erwarten. Nochlange blieb man dort lediglich auf sich selbst angewiesen.

Es braucht kaum erwähnt zu werden, dass die am 14. Mai vomAugsburger Reichstag beschlossene Verlängerung des Landfriedens von

284 ) Christian besass die Einladung am 4. Mai in Florenz, die Absage(mit Einladung nach Augsburg) am 12. Mai in Mantua; Priebatsch I S. 661 f.Wichtig für die Bündnispläne des Kaisers ist die etwas spätere AufzeichnungArchiv für Kunde Österreich. Geschichtsquelleu VII S. 97 ('keyserisch zedel').

285 ) Juni (20) 22, 23. Siehe Hanserecesse 1431—1476 VII S. 432 § 16mit Anm, Priebatsch I S. 669 (Nr. 860).

286 ) Gedr. Michelsen, Urkb. zur Gesch. des Landes Ditmarschen S. 70.

2S7 ) Der Fontes 46 S. 267 verzeichnete Brief Albrechts von Branden-burg 'donerst. vor Georgi anno 74' muss nach dem Inhalt zu 1475 Apr. 20gehören.