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er dann sich aufreiben. Der König könne während dessen ruhig seinesVertrages geniessen; er könne dem Herzog wohl sogar eine kleine Hülfegewähren, um jeden Verdacht des Vertragbruches zu verhindern. Lud-wig hat in der That sich diesen Plan zu eigen gemacht. Nach längerenVerhandlungen ist der inzwischen noch ein paarmal über kurze Fristenerstreckte Waffenstillstand mit Burgund am 13. Juni 1474 zu Croix-Saint-Ouen bei Compiegne bis auf den 1. Mai des folgenden Jahres ver-längert worden 280 ). Unter solchen Umständen war es dem PfalzgrafenStephan nicht möglich, etwas auszurichten. Wir besitzen das ihm zurRückkehr mitgegebene Schreiben König Ludwigs an Kaiser Friedrich,das schon am 11. Mai zu Senlis ausgestellt worden ist 281 ). Stephan,sagt der König, habe des Kaisers Brief überbracht und über die Sache,wegen der früher französische Gesandte beim Kaiser gewesen seien 282 ),wie über anderes Vortrag gehalten. Stephan bringe nun entsprechendeAntwort zurück, wie der Kaiser von ihm erfahren werde. Her Königerklärt, gern gehört zu haben, dass der Pfalzgraf mit ihnen beidenverwandt sei, er lobt dessen Treue und Klugheit. Wegen völliger Er-ledigung der Angelegenheit will er zu einem Tage in Konstanz auf den20. oder 25. Juni womöglich selbst erscheinen oder aber Gesandte mitVollmacht dorthinschicken.
Anfang Juni war Stephan wieder in Augsburg 283 ). Der zweifel-
2Sn ) Leng] et III S. 315. Vgl. Jean de Troyes bei Petitot XIII S. 447,wo aber richtiges mit falschem gemischt ist. — Über jpneri Zeitpunkt hinauswollte Karl sich nicht binden, weil er bis dahin mit den andern Gegnernfertig zu sein hoffte und schon jetzt über einen im Sommer 1475 zu unter-nehmenden Feldzug gegen Frankreich mit England verhandelte: Apr. 22 ver-liessen ihn englische Gesandte, Lenglet II S. 212; Juli 25 kam der Vertragzum Ahschluss, siehe unten.
251 ) Gedr. Chmel, Mon. Habsb. IIS. 297. Dort und ebenso weiter(siehe z. B. Rausch, Die burgund. Heirath Maximilians S. 221) zu 1474 ge-setzt. Dass das unrichtig ist, zeigt (abgesehen vom Inhalt) schon das Fehlendes Titels 'confederatus' in der Anrede; vgl. auch die Unterschrift 'Aurillot',nicht Isome', wie z. B. 1475 Apr. 30, Mai 22, Juni 11 bei Chmel.
252 ) Von dieser Gesandtschaft ist nichts näheres bekannt. Eine Voll-macht Ludwigs von 1475 März 13 für Johann Tiercelein Herrn von Brosseund Johann von Paris, gedr. Lenglet III S. 371, ist bisher in Verkennungdes Inhalts und der Osterrechnung irrtümlich zu 1474 gesetzt worden (siehez. B. Rausch S. 219).
253 ) Dass er 'kürzlich' herkommen, meldeten die dortigen VertreterFrankfurts Juni 10 nach Hause; er solle heim König von Frankreich ge-wesen sein; Janssen II 1 S. 339.
Diemar, Entstehung d. d. Beiohskriegeä. O