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denen Richtungen nach Beistand umgesehen. In Rom suchte er diplo-matische Unterstützung, und wir werden sehen, dass es ihm in der Thatgelungen ist, die Kurie für eine dem Reiche günstige Auffassung underwünschte Massregeln Zugewinnen 273 ). Kriegerische Machtmittel, derenman vor allem bedurfte, erhoffte man in erster Linie von der HülfeKönig Ludwigs von Frankreich, auf dessen Gegnerschaft gegen Burgundman schon zu Anfang des Jahres in Köln vertraut hatte. Von Augs-burg aus 274 ), wo Kaiser Friedrich am 5. April endlich zum Reichstageintraf, sandte er den Domküster Pfalzprafen Stephan, der dem kaiser-lichen Hofe von Trier nach Köln und jetzt wieder nach Oberdeutsch-land gefolgt war, als seinen Gesandten an König Ludwig ab. AnfangMai war Stephan am königlichen Hoflager in Senlis 275 ).
Doch die Aussichten zeigten sich hier schlecht. BurgundischcGesandte waren zu gleicher Zeit anwesend, mit denen Ludwig schondarüber verhandelte, den burgundisch-französischen Waffenstillstand, dervom 1. April, wo er ablief, zunächst nur bis zum 15. Mai erstrecktworden war 270 ), über einen grösseren Zeitraum auszudehnen 277 ). Einigeseiner Diener hatten allerdings dagegen gesprochen und die ungünstigeLage des Herzogs mit den Waffen Frankreichs auszunutzen geraten;andere aber, klarer blickende, wie Philipp von Comines sagt 278 ), derhier wohl von sich selbst spricht 379 ), waren für den der Natur desKönigs mehr entsprechenden Plan, dem Herzog völlig freie Hand gegenDeutschland zu lassen. Wie man Karl kenne als unfähig, sich von einerbegonnenen Unternehmung loszureissen, werde er auch in diesem Fallesich immer mehr festbeissen; an der Grösse Deutschlands, an der Macht,die dem Reiche trotz der Schwäche seines Oberhauptes innewohne, werde
273 ) Erlasse des Papstes von Juni 7, siehe unten.
274 ) Das sagt ausdrücklich Fugger-Birken S. 812.
275 ) In einem Schreiben an Bern Mai 2 erwähnt Ludwig die Ankunftdes Pfalzgrafen: Witte in der Oberrhein. Zeitschr. N. F. VI S. 36 und S. 40Anm. 2. Die weitere Angabe Witte's, als eigentlicher Vertrauensmann desKaisers sei Georg Hessler mitgekommen, scheint nach dem Brief Ludwigsvon Mai 11, von dem gleich die Rede sein wird, auf Verwechslung mit spä-teren Gesandtschaften zu beruhen. Vgl. Philipp von Comines bei Petitot,Collection des memoires de France X S. 109 und 116.
270 ) März 1 Senlis, Comines-Godefroy-Lenglet III (Preuves de Comines)S. 302 und 306; Vollziehung Karls März 22 Vesoul, Lenglet III S. 311.
377 ) Vgl. Witte S. 40 (Ludwig an Bern Mai 2); Jean de Troyes beiPetitot XIII S. 445.
27S ) Bei Petitot X S. 98 f.
279 ) Siehe Witte S. 36 f.