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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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wir wollen sie nimmer verlassen, sondern mit aller Macht, ihnen wiederumbeistehen. Zu seinem Sohne gewendet fügte er bei: sieh Wilhelm,dass du des nicht vergessest. So sagte auch der junge Herr, ihm seiKölns Gunst wohl bekannt; er wolle ihrer gedenken und sie nimmer-mehr vergessen. Vernehme er, dass der Herzog von Burgund etwasgegen Köln plane, so wolle er aufsitzen und ihm unter die Augen reiten,für die Stadt bitten und Recht für sie bieten. Werde er dann nichtgehört, so wolle er die Stadt nicht verlassen, sondern ihr mit Leib,Landen und Leuten beistehen. Denn er wisse wohl, wenn die StadtKöln unterdrückt würde, dass er und seine beiden Lande das entgeltenmüssten. Er bat seinen Vater, ihm zu erlauben, dass er im Fall derNot persönlich der Stadt zu Hülfe reite. Der alte Herr erwiderte:ich will selbst mitreiten. Man erwähnte noch, wiewohl beide Herrenmit dem Herzog von Burgund in Bündnis ständen, so sei doch die StadtKöln darin ausgenommen, was ja in der That der Fall war 27 °). Überdiese Erklärungen berichtete der bergische Hofmeister Berthold von Plet-tenberg in Gegenwart seiner Mitgesandten den Kölnern am fi. Mai inSudermanns Hause. In grosser Sitzung des erweiterten Stadtrates 271 )wurden sie am 18. Mai unter dem Siegel der Verschwiegenheit mitge-teilt. Der andere der beiden Haupträte von Berg, Marschall KitterBertram von Nesselrode, an den man sich um Erlaubnis gewendet hatte,das der Stadt gegenüber liegende bergische Deutz besetzen und verboll-werken zu dürfen, gab für sich und seinen Bruder Johann, den Land-drost von Berg, an Sudermann und Clocken das Versprechen ab, manwerde von bergischer Seite nichts ernstliches dagegen.thun, wenn Kölnin der Not den Ort befestige 272 ). Dies ist nicht viel später wirklichgeschehen. An dem guten Willen der Herzöge war nicht zu zweifeln.Wenn sie ihren übrigen Versicherungen nachher so wenig entsprochenhaben, so geschah es notgedrungen, der burgundischen Übermacht preis-gegeben von Kaiser und Reich.

Der Kaiser hatte selbst eingestanden, dass er bei etwaigen Feind-seligkeiten Herzog Karls gegen das Stift sofort persönlich einzugreifenzur Zeit nicht in der Lage sei. Aber er hat sich alsbald in verschie-

270 ) Siehe oben S. 28 mit Anm. 118. Der Landschreiber Christian tenPutte sollte die betreffende Klausel aus dem Düsseldorfer Archiv mitteilen.

2n ) In consulatu coram amicis et deputatis ab omnibus consulibus et 4t.

272 ) Stadtarch. Unmittelbare Aufzeichnung des Protonotars Reinervon Dalen Memorialb. Bl. 30 f. (Mai ß u. s. w.). Daraus die Erklärung derbeiden Herzöge stilistisch überarbeitet Ratsprotokolle Bd. III Bl. 27v.