Druckschrift 
Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
Seite
59
Einzelbild herunterladen
 

— 59 —

schaft beilegen. Deshalb bewillige er auf ihren Brief hin, dass am20. Mai in Maastricht ein neuer Tag gehalten werde, zu dem er Ge-sandte schicken wolle, die die Entschuldigungen der Gegner Ruprechtshören und an ihn berichten sollten. Er fordere gleichzeitig den Erz-bischof auf, den Tag zu besenden, was der wohl auch thun werde, undweise den Präsidenten von Brabant an, dass er ihnen Geleit gebe, fallssie den Tag annähmen. Man möge also dem Präsidenten mitteilen, obman dies beabsichtige. Nur bitte er, inzwischen sich aller Gewalt zu ent-halten. Dem Erzbischof aber legte Herzog Karl den ganzen Sachverhaltausführlich dar und bemerkte, weniger habe er dem Kapitel nicht wohlzugestehen können. Ruprecht möge deshalb den Tag beschicken, wenndas Kapitel es thue. Für seine Person könne Ruprecht sich in Roer-mond oder sonst in der Nähe von Maastricht aufhalten, um bei ent-stehenden Schwierigkeiten leicht erreichbar zu sein. Er, der Herzog,werde indessen ein neues Heer bilden, das dann, wenn das von obenerwartete nicht bald genug zurückkehre, in das Stift einrücken undnach Auflösung des Maastrichter Tages die Rebellen unterwerfen könne.Für den Fall, dass der Tag nicht angenommen werde, habe der zudemselben abgeordnete Ritter von Ramstein den Befehl, dem Erzbischofbeizustehen und an den Herzog zu berichten, damit er zu Hülfe kommenkönne. Alles dies schrieb Karl am 16. April 250 ). Tags darauf trafHerzog Sigmunds Herold bei ihm ein mit den Erklärungen seines Herrn,dass er dem Herzog von Burgund seinen Dienst aufsage und die Rück-lösung der oberrheinischen Pfandlandschaften fordere 251 ). Dazu kamdann das wiederholte Gesuch Ruprechts um eilige Hülfe. Der Herzogantwortete am 23. April, den dem Erzbischof drohenden Feindseligkeitenzu begegnen, habe er beschlossen, ausser den Truppen in Geldern ihmin Kürze 500 Lanzen zu Hülfe zu schicken, die er eiligst in seinenLanden aufzubringen befohlen habe. Da sie aber nicht so schnellkommen könnten, wie er wohl wünsche, so möge der Erzbischof jeden-falls den Tag zu Maastricht einhalten, falls das Kapitel ihn annehme,und seine Gebiete und Unterthanen inzwischen vor Schaden zu schützensuchen. Nach Auflösung des Tages werde er ihm unverzüglich dievertragsmässige Hülfe angedeihen lassen; Bernhard von Ramstein und

25 °) Karl an Ruprecht, gedr. Lacomblet IV S. 470 Nr. 376 und Compterendu der Brüsseler Commission Reihe III Bd. 12 S. 148; Karl an das Dom-kapitel, gedr. Lacomblet IV S. 470 Anm. 2.

261 ) Notarielle Urkunde für den Herold Kaspar Österreich Apr. 22Luxemburg, gedr. Chmel, Monumenta Habsburgica IIS. 99.