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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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Schon nach zwei Tagen erneuerte er die Bitte. Von seinen Gegnernwerde täglich gewaltig gerüstet, ihn und die Seinigen anzugreifen. Auchwolle Heinrich von Hessen mit grosser Macht im Herzogtum Westfaleneinfallen 247 ). — Dies war in der That im Werke 248 ).

Die Antworten des Herzogs, der seit Anfang April in der StadtLuxemburg weilte, wo er dann bis in den Juni geblieben ist, lautetennicht sehr ermutigend für den Erzbischof. Bei Empfang von Kuprechtserstem Briefe war Karl im Begriff, seinem Schützling für den Anfang300 Lanzen zuzuschicken, und er gab bereits einem Teil seiner Artil-lerie den Befehl, in das Stift einzurücken, da trafen ihn böse Nach-richten vom Oberrheiu. Die am 30. März zu Konstanz geschlossene'ewige Richtung' zwischen den Eidgenossen und Herzog Sigmund vonOesterreich, auf die am 31. März und am 4. April Verteidigungsbünd-nisse der einen und des anderen mit der 'niederen Vereinigung' folgten,that sofort ihre Wirkung; der Herzog erfuhr, dass die Schweizer undSigmund den Suudgau angreifen und Breisach besetzen wollten, was siedenn auch bald gethan haben. So musste Karl das Heer, das er in derNähe des Stiftes stehen hatte, wie auch den Teil, der einstweilen nachHause entlassen war, wieder hinaufschicken. Er hoffte freilich —wenigstens sagte er das — am Oberrhein auf einen raschen Erfolg.Bis dahin aber galt es, im Kölner Stift Zeit zu gewinnen. Da kamihm das Schreiben zu statten, das die Domherren am 19. März an ihngerichtet hatten. Er gab sich den Anschein, als lenke er auf ihreVorstellungen hin ein. Allerdings, so erklärte er ihnen, habe er wegenseines alten Freundschaftsbundes mit Ruprecht von Köln und Friedrich vonder Pfalz den innigen Wunsch, Ruprechts Rechte nicht anders als seineeigenen, nötigenfalls auch mit den Waffen, zu verteidigen, deshalb habeer auf die jüngst zu Dijon persönlich vorgebrachte Bitte des Erzbischofsdessen und seines Stiftes Schutz übernommen 249 ). Er würde aber doch,da es sich um geistliche Dinge handele, die Sache lieber in Freund-

247 ) Beide Briefe bekannt aus der Antwort von Apr. 23, siehe unten.

248 ) Schon Ende Februar sammelten sich an verschiedenen Punkten imnördlichen Hessen Reiterscharen, die zu einem Rachezug gegen Brilon (sieheoben S. 39 f.) aufgeboten waren, der aber wieder wendig ward. Landau'scheAuszüge a. a. 0. Am 13. März verbündete sich dann Landgraf Heinrich, zu-nächst gegen Brilon, mit den Grafen Walrave und Philipp von Waldeck.Varnhagen, Grundlage der wahleckisch. Gesch. I, Urkb. S. 206. (Am 16. Märzwar Heinrich in Grebenstein, Landau'sche Auszüge).

249 ) Vgl. zu dieser Äusserung oben S. 48 mit Anm. 206.