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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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Äusserste 241 ). Domkapitel und Landschaft beriefen einen grossen Tagnach Köln zu den Minoriten auf den 20. April. Sie luden dazu denErzbischof von Trier, die Herzöge von Jülich-Berg und Kleve-Mark undden Landgrafen von Hessen; für das rheinische Stift sollten die Grafenvon Sayn, Virneburg, Wied und Nassau-Beilstein, Mitglieder der Ritter-schaft und Freunde der vier Städte, ausserdem sollten Vertreter vonRitterschaft und Städten aus den Stiftsgebieten Westfalen und Reckling-hausen erscheinen. Köln ordnete eine stattliche Vertretung ab, Mit- ,glieder des zugleich eingesetzten geheimen Kriegsausschusses, darunterbeide Bürgermeister und beide Reutmeister sowie Dr. Bilsen, der vonseiner Reise zum Kaiser schon wieder zurückgekehrt war 212 ). Was die /Stadt eben noch in dem Brief an Pfalzgraf Stephan vom Kaiser erbat,war nunmehr zum Teil bereits erfüllt. Die Mahnungen des Kaisers unddie Drohungen des Herzogs wirkten jetzt zusammen, um auch in Köln leb-hafte Kriegsrüstungen hervorzurufen. Die Edelbürger aus den HäusernManderscheid, Aremberg, Reifferscheid, Limburg, Sayn, Wittgenstein,Neueuahr wurden vom Rate zu Besprechungen geladen 243 ). In Ver-jbindung mit sachverständigen Vertrauensmännern bestellte die Stadt vonauswärts Fussknechte, Büchsenmeister, Hakenbüchsen, brachte grosses Y>,4(/ 0Schanzzeug zusammen und bereitete die Anlage neuer Bollwerke vor.An die Bürger ergingen zahlreiche Verordnungen zur Verteidigung Ui ).Ihre Geldkraft in den kommenden Zeiten der Not möglichst zu erhalten,hatte die Stadt schon Ende März ihre Verkehrs- und Verzehrssteueru er-höht. Anfang Mai wurde mit der Stadtgeistlichkeit wegen einer Bei-hülfe verhandelt 245 ).

Dem Erzbischof, der auf seinem Schloss zu Brühl sass, entgingdie Veränderung der Lage nicht. Am 27. März hatte er dem Herzogüber die Verkündigung der burgundischen Schutzherrschaft und übereinen von den herzoglichen Hauptleuten in Geldern erhaltenen Bescheidberichtet 246 ). Am 14. April schrieb er besorgt wegen der noch aus-gebliebenen Antwort und bat, ihm ohne Verzug zu Hülfe zu kommen.

2il ) Klocken an Bücking Apr. 11.

342 ) Stadtarch.; Geleitsregister 1469 ff. zu 1174 Apr. 15, gedr. Aunalen49 S. 156; Schickungsverz. 1468 ff. zu 1474 Apr. 13.

243 ) Apr. 15; Stadtarch., Entwurf auf Zettel.

244 ) Stadtarch.; Memorialbuch des Protonotars 1470 ff. Bl. 2L ff. (1474Apr. 12, 13, 15, 26), Briefb. 30 Bl. 113 (Klocken an Heinrich von Beke,Kaufhausmeister zu Mainz, Apr. 15) u. s. w.

245 ) Memorialb. Bl. 19 (März 29) und Bl. 28v (Mai 5).

246 ) Bekannt aus der Antwort von Apr. 16, siehe unten,