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wie die Anhänger des Kapitels eingeschüchtert waren, fürchtete manSpaltungen unter ihnen.
Da fiel im rechten Augenblick das Wort des Kaisers in die Wag-schale. Die öffentliche Verkündigung der burgundischen Vogtei in Stiftund Stadt Köln Hess keinen Zweifel, dass die dort sich entwickelndeGefahr für das Keich, die man im Anfang des Jahres noch für ziem-lich entfernt und nicht allzu bedenklich gehalten hatte, plötzlich in be-drohliche Nähe gerückt war. Mochte Herzog Karl auch im Augenblicknoch anderweit beschäftigt sein, jedenfalls stand die Absicht offenkundigfest bei ihm, mit Gewalt in den rheinischen Reichsgebieten weiter umsich zu greifen. Es war also dringend geboten, dem Störenfried beiZeiten in den Weg zu treten. Eben als Schirmvogt hatte der Herzogeinst Stadt und Bistum Lüttich an sich gebracht. Jetzt erklärte ihmder Kaiser mit Ernst, er selbst sei Vogt, wie der römischen, so auch derkölnischen Kirche. Bei seinen Pflichten gegen das Keich wurde der Her-zog nachdrücklich ermahnt, von seiner Einmischung abzustehen. Nachallen Seiten verkündete Kaiser Friedrich, der Auschluss des KurfürstenRuprecht von Köln an den Herzog von Burgund thue dem Kaisertum unddem heiligen Reiche, dem Stift und der Stadt Köln und der deutschenNation Abbruch. An Kurfürsten, Fürsten und Städte ergingen Briefe,die zum Widerstand gegen etwaige Unternehmungen des Herzogs auf-forderten, bis der Kaiser selbst in der Sache zu handeln vermöge.Einstweilen habe dieser den Herzog gewarnt und sich mit dem Papstin Verbindung gesetzt. 240 ). Was das letzte betraf, so galt es, denrömischen Stuhl auf Grund der veränderten Sachlage für eine neueVerständigung zu gemeinsamem Handeln in der geistlich-weltlichen An-gelegenheit zu gewinnen. Der Standpunkt, deu der gegenwärtig im Stiftthätige Legat vertrat, bedurfte, als durch die Entwicklung der Dingeüberholt, einer Veränderung.
Die Briefe des Kaisers machten im Stift grossen Eindruck. DiePartei des Kapitels sah sich zu thatkräftigem Handeln ermächtigt, ohnedarum ihre bisherige Richtungslinie, c bei ihren Obersten zu bleiben',verlassen zu müssen. Die Zeit des Schwankens war vorüber: diePartei fasste neuen Mut; sie entschloss sich zum Widerstand bis aufs
24 °) Friedrich an Köln 1474 April 1 Schwäbisch Hall, praes. Apr. 11,verz. Mitteilungen 25 S. 353; Klocken Ein Bücking Apr. 11 [Köln]; hier heisstes, dass die Briefe an Herzog Karl u. s. w. 'binnen 3 Tagen' hergekom-men seien,