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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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wir, dass schon in der nächsten Zeit sowohl der Legat wie das Kapiteldem Erzbischof von Trier schriftlich über die Gebrechen berichtet haben,die das Zustandekommen eines Vertrages nach den Bestimmungen vom12. Januar noch verhinderten. Auch die Stadt Köln schrieb in derSache am 9. Februar an Erzbischof Johann und bat ihn als den kaiser-lichen Beauftragten, gnädigst wieder herabzukommen und die Dingezu einem guten Ende zu bringen 216 ). Die Stadt befleissigte sich über-haupt noch immer einer vermittelnden Haltung, zumal es ihr ja auchmit der Kapitelpartei an Streitpunkten nicht fehlte 217 ). Zugleich mitjenem Brief ergingen Klagen der Stadt an Landgraf Hermann, denGrafen von Sayn und den Herzog von Jülich-Berg wegen einer schwerenUnbill, die soeben (am 30. Januar) dem schon lange verhassten Weih-bischof Ruprechts widerfahren war. In der Nähe von Bonn war erangehalten, lästerlich verspottet, beschimpft, misshandelt — man stiessihn unter anderem zur Wiodertaufe in den Rhein — und als Gefangenerweggeführt worden 21S ). Den Erzbischof reizte diese That zu neuemIlasse; nicht minder gewiss erbitterte es ihn, dass er wegen der Gläu-biger in Köln, mit denen er jahrelang bei der Kurie im Rechtsstreit ge-standen hatte, jetzt (am 23. Februar) öffentlich in den Bann verkündigtward 219 ). Der Rat von Köln aber hoffte noch, durch eine vorsichtigeHaltung auf erträglichem Fusse mit dem Erzbischof zu bleiben. Ermeinte sogar, noch um Erlass des Bonner Zolles zu Linz für die KölnerBesucher der nächsten Frankfurter Messe bitten zu dürfen 220 ). Wiewenig ahnte die Stadt, was gegen sie und ihre Freiheit gerade sogut wie gegen das Stift zwischen Ruprecht und Herzog Karl verein-bart worden war.

Da erschien zuerst der dem Erzbischof zur Verfügung gestellteHerold Stephan von Carin im Stift und verkündete öffentlich den Er-lass Herzog Karls vom 11. Dezember 1473. Auf Grund desselbengebot er in Stadt und Land Rückgabe alles dem Stift entwendeten Be-

21G ) Kölner Mitteilungen 25 S. 351.

217 ) Vgl. oben S. 37. Doch zahlte Köln damals die versprochenen5400 Gulden, siehe oben S. 34 Anm. 150

218 ) Siehe Koelhoff S. 829 mit Anm.; Ausschreiben Ruprechts 1474Aug. 16 bei Fugger-Birken S. 804 und Müller II S. 663.

219 ) Koelhoff S. 830.

22 °) Da gleich darauf die hurgundische Thätigkeit im Stift begann, wardie Antwort rund ablehnend: März 13 Brühl, praes. März 14; Stadtarch.,Briefeiug.

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