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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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Wenn Bestimmungen wie diese wirklich zur Ausführung gekom-men wären, so hätte an vollständiger Unterwerfung des Stiftes und derStadt Köln unter burgundische Herrschaft kaum noch etwas gefehlt. DemErzbischof aber wäre dabei eigentlich nicht viel mehr verblieben, als dieBefriedigung seiner Rache. Augenblicklich war nun freilich Herzog Karlnoch nicht in der Lage, an die Verwirklichung seiner kühnen Plänemit den Waffen in der Hand herantreten zu können. Doch begann eralsbald durch Sendung von Vertretern den Einfluss seines mächtigenWortes zu Gunsten Ruprechts nachdrücklich geltend zu machen undauf diplomatischem Wege weiteren Schritten vorzuarbeiten. Schon am18. Februar, dem Tag vor seiner Rückkehr von Dijon nach der Frei-grafschaft, wurden zu diesem Zweck drei seiner tüchtigsten Leuteabgefertigt, der gewandte Präsident von Luxemburg Gerhard Vurry, derRitter Bernhard von Ramstein, Rat und Cambellan und Hauptmann imHerzogtum Geldern, ein geborener Schwabe, leidenschaftlicher Partei-gänger des Herzogs, und Meister Nikolaus Ruyter, Hofsekretär undGreffier des Parlaments von Mecheln 212 ).

Im Stift Köln ging nach dem Aufbruch des Kaisers wieder allesden alten Gang. Gegenseitige Raubzüge hielten das Land in Atem 213 ).Daneben liefen die Versuche fort, zu einer vorläufigen Verständigungzu gelangen. Wir besitzen bestimmte Erklärungen, die Kapitel undStände offenbar nach der Abreise des Kaisers dem Legaten über die ein-zelnen Punkte des Vertragsentwurfes vom 12. Januar gegeben haben 214 ).Im allgemeinen zustimmend, sind sie doch nicht ohne Vorbehalte. Soheisst es z. B. wegen Landgraf Hermanns Titel, diesen Punkt habe manmit Stillschweigen zu übergehen verabredet. Die vier Städte sollte derLegat auf jene drei Monate, für die man sich binden wollte 215 ), einbe-kommen, aber er sollte auch, gestützt auf die Vollmacht des Papstes, diePlätze verlangen, die der Erzbischof der Partei genommen habe. Dannwar noch bestimmt, wenn Meinungsverschiedenheiten mit dem Legatenüber einen einzelnen Artikel entständen, wollte man, ohne die Ausführungder andern darum zu verschieben, die Auslegung des Kaisers und derer,die mit ihm dabeigewesen, als entscheidend nachsuchen. Weiter hören

212 ) Karl an Köln 1474 Febr. 18 Dijon, praes. März 25; Köln. Stadt-arch., Briefeing. und Burgund. Briefb. Bl. 16.

213 ) Vgl. Stadtarch., Briefb. 30 Bl. 92 ff.

2U ) Stadtarch., Burgund. Briefb. Bl. 20 Absatz 5 ff. (Item super hiisu. s. w.) bis 20v unten.

213 ) Siehe oben S. 45.