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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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zu verhüten, hat nun der Papst den Herzog in besiegeltem Briefe auf-gefordert, Beistand zu leisten, und der Erzbischof hat ihn gebeten,Vogtei, Schutz und Veiteidigung zu übernehmen. Hierüber ist ein be-stimmter Vertrag gemacht worden. Der Herzog gebietet deshalb inchristlichem Gehorsam gegen den Papst und aus Liebe zum Erzbischof,seinem Verwandten, dass Stephan von Carin, Wappenkönig von Rovers,sich auf Erfordern des Erzbischofs in dessen Lande füge und überallverkünde, Herzog Karl denke seinen Verwandten, die Kirche und dasLand von Köln und alle der Kirche zugehörenden Fürstentümer undHerrschaften zu schützen und zu verteidigen; man solle deshalb vonjeglicher Gewalt abstehen und die dem Erzbischof entzogenen Schlösser,Städte und Ortschaften zurückstellen. Der Beauftragte soll zum Zeichenüberall, wo der Erzbischof es wünscht, des Herzogs Wappen anschlagen,damit niemand Unkenntnis vorschützen kann; er soll von allem, waser tliut, dem Herzog Nachricht geben.

Dieser Erlass setzt einen Vertrag des Herzogs mit dem Erzbischofvoraus, wie er sich denn auch ausdrücklich auf einen solchen beruft.Aber einmal das Verhalten des Erzbischofs während der Kölner Ver-handlungen, dann seine unmittelbar anschliessende zweite Reise zudem damals weit entfernten Herzog, endlich eine später 200 ) aufge-stellte Behauptung Karls, als habe er überhaupt erst bei der zweitenBegegnung auf Ruprechts Bitten dessen Schutz übernommen, lassen dar-auf schliessen, dass die endgültigen Bestimmungen über Stiftsvogtei undKiiegsbülfe, über Verpflichtung und Entschädigung des Herzogs nochnicht getroffen waren, dass der völlige Ausbau und feste Abschluss desfolgenschweren Bündnisses vielmehr erst in Dijon erfolgt ist. Hiernämlich, wo der Herzog vom 23. Januar bis zum 19. Februar 1474verweilte, erfüllt von dem Gedanken der Erneuerung des alten KönigreichsBurgund 207 ), hier, wo er den Kardinal von Autun, den Erzbischof vonBesancon, Gesandte von Kurpfalz, den Eidgenossen, Venedig, Rom, Ar-ragon und Bretagne empfing, geschah es, dass Erzbischof Ruprecht inPerson zum zweitenmal bei seinem mächtigen Beschützer eintraf, demer nunmehr sich gänzlich in die Arme warf 208 ). Eine urkundliche

206 ) 1474 Apr. 16 gegenüber dem Domkapitel, siehe unten.

2 ° 7 ) Vgl. Kirk, History of Charles the Bold II S. 297.

208 ) Lenglet II S. 211 f. Vgl. Urkunde Ruprechts aus Dijon (ohneTag), worin es heisst, er habe mit seinem lieben Oheim Herzog Karl sehrviel zu thun gehabt und werde noch täglich mehr mit jenem zu thun be-kommen, ihn und sein Stift berührend; dabei habe ihm der feste Friedrich