..- 46 -
Kaiser, so oder so, am 18. Januar 1474 197 ) von dannen, mit demBewusstsein, in Köln, wo er 7 Wochen lang gelegen, ebensowenig aus=gerichtet zu haben wie in Trier; verdrossen, dass er von Vielen mehrgehindert als gefördert worden sei. Auch der brandenburgische Ge-sandte war der Ansicht, in Köln hätten gewisse Leute das Wort ge-führt, die mehr ihren eigenen Vorteil als das Wohl des Kaisers undder Parteien im Auge gehabt hätten. Von ihnen wäre die Sacheabsichtlich verschleppt worden 198 ).
Wieder wie in Trier riss sich Kaiser Friedrich plötzlich los.Seine Vertrauten, den schon seit Herbst 1471 seinem Hofe folgendenErzbischof von Mainz, den Bischof von Eichstädt, die Grafen von Wer-denberg und von Sulz, nahm er alle mit nach Oberdeutschland hinauf.Nur der Erzbischof von Trier war von ihm beauftragt, weiter in derSache zu handeln 199 ). Doch finden wir denselben in der nächsten Zeitzu Hause 200 ). Das einzige, was der Kaiser selbst damals noch in derkölnischen Sache that, geschah am 30. Januar zu Aschaffenburg. Dortwar tags zuvor, vermutlich auf kaiserliche Einladung hin, LandgrafHeinrich von Hessen, von seiner Ritterschaft begleitet, im ganzen mit400 Pferden, eingeritten. Er wurde jetzt von Friedrich aufgefordert,die ihm in Köln zugedachte Rolle des Schirmers von Reichs wegen imStift zu übernehmen. Der Landgraf war jedoch keiueswegs gesonnen,hierauf ohne weiteres einzugehen; er erbat sich Bedenkzeit, und derPlan blieb dann bis in den Sommer liegen 201 ). Als eine wirklichdringende Angelegenheit sah der Kaiser die kölnischen Händel einst-weilen kaum an; so bald schien eine ernstliche Gefahr dem Reichenoch nicht zu drohen. Schon in Köln war am kaiserlichen Hofe auchdie beruhigende Ansicht laut geworden, vorläufig sei doch von HerzogKarl noch nicht so viel zu fürchten. Denn sein Hauptgegner, König
m ) Fontes 46 S. 257, Koelhoff S. 827 (irrtümlich aufgelöst 'Jan. 19').
198 ) Bericht Eybs Jan. 17 Köln, gedr. Fontes 46 S. 256, vgl. Priebatsch IS. 614; Eyb an Albrecht von Bayern Jan. 17 Köln, Auszug Priebatsch I S. 615.
199 ) Siehe Kölner Mitteilungen 25 S. 351, Febr. 7 und Febr. 9; vgl.Priebatsch I S. 621.
20 °) Febr. 5 war er in Ehrenbreitstein, Goerz S. 238.
201 ) Bericht Eybs Jan. 29 Ascliaffenburg, gedr. Fontes 46 S. 259, vgl.Priebatsch I S. 619, wo aber unrichtige Inhaltsangabe; Friedrich an HeinrichJuni 29 Augsburg, verz. Kölner Mitteilungen 25 S. 355. — Heinrich kamFeb. 4 'von Aschaffenburg' wieder in Marburg an. Eine Erwähnung heim-kehrender Begleiter nennt die Namen v. Boynehurg, v. d. Malshurg, Hacke,V. Hundelshauson, v. Eschwege, v. Grenssen. Landau'sche Auszüge a. a. 0.