- 45 -
Städte; auf päpstliches, kaiserliches oder der in der Sache zu setzendenHauptleute Ansuchen sollten sie Beistand gegen die Ungehorsamenleisten 193 ). Kapitel und Stände erklärten zunächst, sie gäben sich indes Kaisers Hand, doch vorbehaltlich ihrer Rechte. Was die Artikelbeträfe, so müssten sie jedenfalls ausreichende Sicherheiten erhalten, eheein Verzicht oder Übergabe stattfinden könnte. Zum Schiedsversuchbewilligten sie drei Monate, dann müsste das Recht eintreten. Was sievon ihrem jetzigen Besitz aufgäben, müsste ihnen dann wiederwerden.Dabei und bei dem, was ihnen zur Zeit des Waffenstillstandes genommenwäre, müssten dann Papst und Kaiser sie handhaben 194 ). KaiserFriedrich, den es fortdrängte, fand diese Erbietungen schon genügend,um darauf hin am 14. Januar die Kapitelpartei in des Reiches Schutzzu nehmen. Er versprach, ihnen von Reichs wegen den LandgrafenHeinrich von Hessen zum Schirmer zu setzen; wenn dieser zu ihrerVerteidigung Beistand brauchen werde, möge er die Stände anrufen, andie die Hülfegebote ergangen seien 195 ).
Die andere Frage aber war nun, wie der Erzbischof sich zu denArtikeln stellen würde. Der Kaiser versprach sich wohl von vorn hereinbei ihm keinen Erfolg mehr. Jedenfalls wollte er seine Antwort nichtin Köln abwarten. Er war schon im Aufbruch, da wurde ihm am14. Januar gemeldet, anderen Tages werde Ruprecht seine Anwältenochmals hersenden, mit Vollmacht, auf früher vereinbarter Grundlageeine Verständigung zu treffen. Gelinge es nicht, so werde allerdings derHerr die Reise gen Burgund, die er sich vorgenommen habe, ausführen.Also wurde am 16. und 17. Januar zum letzten mal verhandelt 19 ").Aber keinen Schritt näher kam man dadurch dem trotzigen Erzbischof.Mit der anderen Partei wurde dann am 17. abends um 10 Uhr nochein Abschluss gemacht, dem sie am nächsten Morgen um 6 Uhr, wennder Kaiser zum Schiff reite, zu- oder absagen sollte. Wir hören nicht,ob das in dieser bestimmten Weise geschehen ist. Jedenfalls fuhr der
193 } Burgund. Briefb. Bl. 20 Absatz 1 (Item pronunciatum est u. s. w.);Bericht Eybs Jan. 13 Köln, gedr. Priebatsch IS. 612.
194 ) Burgund. Briefb. Bl. 20 Absatz 2 ff. (Item in vim huius pronuntia-oionis u. s. w.).
195 ) Urk. Friedrichs Jan. 14 Köln, gedr. Lacomhlet IV S. 468 Nr. 374;vgl. Friedrich an Heinrich Juni 29 Augsburg, Stadtarch. (verz. Kölner Mit-teilungen 25 S. 355).
19B ) Jan. 15 waren die meisten kaiserlichen Privilegien für Köln aus-gestellt worden (siehe Kölner Mitteilungen 25 S. 350).