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Aussichten immer mehr stiegen, ein Abkommen zu treffen, bei dem erselbst nicht zu kurz kam. Hermann versprach ihm zu Köln am 3. Ja-nuar 1474 für seine dem Stift geleisteten Dienste die hübsche Summevon lOOOO Gulden, falls er, Hermann, das Stift erlange 185 ). Einezweite Ui künde vom gleichen Tage besagte, im Besitz des Stiftes werdeHermann dem Kaiser zum Dank für seine Förderung allzeit willfährigund gehorsam seiu, ohne seine Erlaubnis das Stift nicht wieder aufgeben,ohne Ausnehmung von Kaiser und Reich keinen Schirmer annehmen undkein Bündnis eingehen, sein Leben lang unter Kaiser und Reich bleibenund sich als getreuen Kurfürsten halten 18e ). Landgraf Heinrich hatsich hiermit einverstanden erklärt und für seinen Bruder gutgesagt. Da-gegen versprach am 4. Januar der Kaiser, dem Stift Köln zu Gute,das durch den Zwist Ruprechts mit Kapitel und Landschaft in Schadenund Geldschuld gebracht worden sei, wolle er, wenn Ruprecht abdanke,entsetzt werde oder sterbe, der Einsetzung Hermanns durch den Papstoder seiner Wahl durch das Kapitel nicht entgegen sein, vielmehr wolleer ihn vor anderen beim Papst und anderswo mit Schrift, Botschaftund sonstwie fördern, dies jedoch auf Hermanns Kosten 187 ).
Mit dem Erzbischof war gar nichts anzufangen. Als der Kaiserund der Legat ihm über etwaiges Vorgehen gegen ihn als Ungehor-samen Andeutungen machen Hessen, hörte man statt einer Antwort, ersei aufgesessen und zum Herzog von Burgund davongeritten. Deshalbwurde am 6. und 7. Januar darüber beraten, wie die beiden Häupterder Christenheit, um Trennung des Stifts und Bedrängnis der Nachbarnzu verhüten, ihre Gewalt geltend machen sollten, falls durch Erzbischofund Herzog etwas Feindliches unternommen werde 18S ). Dem Kaiser warnicht recht wohl bei der Sache. Er äusserte mehrfach im Rat, er werdevon Geschäften erwartet, an denen für ihn mehr gelegen sei, als an denHändeln hier; deshalb könne und möge er nicht länger bleiben 189 ).Aber die Sache hielt ihn doch immer länger fest. Bei ihrer Wichtig-keit für das Reich musste er wenigstens etwas zu Stande bringen. Das
1S5 ) Gedr. Chmel, Monumenta Habsburgica IIS. 392.
186 ) Gedr. Chmel a. a. 0. S. 390.
187 ) Gedr. Aren, des Vaterl. I S. 275 mit 'fritag' statt 'eritag', Lacom-blet IV S. 466 Nr. 372 mit dem richtigen Datum.
188 ) Bericht Eybs Jan. 7.
189 ) Bericht Eybs e ut supra', gedr. Priebatsch I S. 613 mit '[AnfangJan.]'; dass er zu Jan. 13 (Priebatsch S. 612) gehört, ist aus äusseren undinneren Gründen so gut wie sicher.