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förmlichen Absage: wie das Kapitel sich einen Mombar (Vormund) gekoren,so habe auch Kupreeht gethan; wenn die beiden sich miteinandereinigen, gut, so lasse er sie gewähren; sein Mombar sei der Herzogvon Burgund 181 ). So schroff vom Erzbischof zurückgewiesen einigtensich Kaiser und Legat noch am Abend des 17. Dezember. Sie er-klärten, auf ihrer beider Forderungen habe das Kapitel mit seinemAnhang sich als gehorsam, der Erzbischof sich als ungehorsam erfunden.Deshalb werde man, wenn er sich nicht füge und seines Widerteilesrechtliches Erbieten annehme, gemeinsam weiter gegen ihn vorgehen 182 ).Der Kaiser, der nunmehr am 19 Dezember seine Reise nach Aachen insWerk setzte, hat sich, wie es scheint, für seine persönliche Mitwirkungmit dem erreichten Ergebnis vorläufig begnügen wollen. Er hatte offenbaran der Verhandlung als einer aussichtslosen die Lust verloren. Doch alser am Weihnachtsabend von Aachen zurückkam, stellte man ihm vor,er möge doch so nicht abscheiden und den Krieg hinter sich offenlassen. Es seien Wege vorhanden, die Sache beizulegen und denen,die den Frieden nicht gern sähen, ihren Willen zu brechen. So kühnes war, noch auf eine Verständigung mit dem Erzbischof zu hoffen, sodringend war zu wünschen, dass sie gelinge. Der brandenburgische Ge-sandte Ludwig von Eyb, dem wir die unmittelbare und lebendige Kundedieser Dinge verdanken, teilt das allgemeine Bewusstsein der Gefahren,die nicht nur dem Kölner Stift, sondern auch anderen Ständen amRhein entstehen mussteu, wenn Ruprecht seine Schlösser und Städte iudie Hand des Burgunders gab, wenn dieser mit dem Pfalzgrafen sichvereinigte, wenn er seine weitreichenden Verbindungen gegenüber demKaiser zu voller Geltung brachte 183 ).
Der Kaiser nahm in der That die Unterhandlung wieder auf l8i ).Aber Nachgiebigkeit suchte man bei Ruprecht vergebens. Unter demEinfiuss burgundischer Räte und fremder Gäste, wie Eyb sagt, stand erschroff auf seinem Willen. Unter solchen Umständen ging der Kaiserbereits darauf ein, unter der Hand mit Hermann von Hessen, dessen
181 ) Koelhoff S. 827. Vgl. Ausschreiben Ruprechts 1474 Aug. 16;Fugger-Birken, Spiegel der Ehren des Erzhauses Oesterreich S. 804; Müller,Keichstagstheatrum unter K. Friedrich, II S. 663.
182 ) Bericht Eybs Dez. 17 Köln, gedr. Fontes 46 S. 243, vgl. Prie-batsch I S. 603.
183 ) Bericht Eybs 1474 Jan. 7 Köln, gedr. Fontes 46 S. 254, vgl. Prie-batsch I S. 610.
:84 ) Nach der Sitte seines Hofes fand sie meist zur Nachtzeit statt.