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für Landgraf Hermann in Besitz genommen hatte, versicherte die Stadtdem Erzbischof ihre Unparteilichkeit l27 ). Sie hatte eben jetzt erz-bischöfliches Geleit zur Frankfurter Herbstmesse nötig. Aber sie setzteihre seit dem Juni begonnenen Rüstungen eifrig fort ,28 ). Und zudemtrat sie in ein Bündnis mit Landgraf Heinrich von Hessen. Zwei Ge-sandte von diesem, sein Hofmeister und einflussreicher HauptratgeberHans von Dörnberg und der Amtmann Asmus Döring, waren am 9. Juniin Köln erschienen, zu mündlicher "Werbung wegen Landgraf Hermanns l29 ).Dieser selbst weilte eben damals wie wiederholt in den folgenden Wochenin Köln. Die hier gepflogenen Beratungen, an denen namentlich Hansvon Dörnberg hervorragenden Anteil hatte 130 ), führten am 24. Julizum Abschluss eines Erbfreundschaftsbundes zwischen Heinrich vonHessen und der Stadt Köln, in dem unter anderem vorgesehen wurde,dass der Landgraf die Sladt im Kriegsfall mit 800 Mann zu Pferdund 1200 zu Fuss unter 3 bis 4 Hauptleuten gegen bestimmten Soldund Ausrüstungsgeld zu unterstützen habe 131 ).
Zwischen den Parteien im Stift hatten indessen neue Verhand-lungen stattgefunden. Die beiden Landgrafen hatten Anfang Juni ge-meinsam sich an den Kaiser gewendet 132 ), und wohl infolge hiervongeschah es, dass Bischof Johann von Augsburg, ein Bruder des GrafenHaug von Werdenberg, des bekannten kaiserlichen Rates, in das Erz-stift herabkam. In Übereinstimmung mit dem Pfalzgrafen Friedrich
m ) Domkapitel an Köln Juli 14, praes. Juli 14; Hermann an KölnJuli 15 Köln, praes. Juli 16; Ruprecht an Köln Juli 25 Brühl, praes Juli 26;Antwort hierauf undatiert Briefb. 30 Bl. 51; Stadtarch.
128 ) Stadtarch.; Schickungsverz. 1468 ff. Bl. 62 v (1473 Juni 10), 64(Juni 30), 64 v (Juli 14) u. s. w.; Johann und Eberhard von Wittgenstein anKöln Juli 17, Briefeing.
129 ) Heinrich an Köln Mai 22 Marburg, praes. Juni 9, Briefeing.
13 °) Am 2. Juli versprach ihm Landgraf Hermann für getreue undfleissige Dienste, die er ihm gethan habe und noch thun möge, ein Jahrgeld von100 rheinischen Gulden an gutem baren Gold auf Lebenszeit. Das Domkapitelsiegelte mit. Gedr. Justi u. Hartmann, Hessische Denkwürdigkeiten I S. 70.
m ) Stadtarch., Urk. Nr. 13205. Auch Urkb. 1464—1523 Bl. 60, mitder Bemerkung: Dit verbunteniss hait gekost 3000 g. vur den heren [Land-graf Heinrich] ind 2 kleynoit van 200 g., ind den reeden [Dörnberg undDöring] zo wynkouff 500 g.
132 ) 1473 Mai 29 Marburg schreibt Landgraf Heinrich an Martin Schenck,Komthur zu Stedebach, er möge morgen herkommen, um mitsamt LandgrafHermanns Räten zum Kaiser zu reisen; Ausfert. im Marb. Staatsarch,Deutschorden.