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machte er den Vorschlag, dem Erzbisrhof ein jährliches 'Deputat' von5000 Gulden zu geben und über die Regalien des Kurfürstentums unddie geistlichen und weltlichen Lehen ein festes Abkommen zu treffen.Bischof Johann, der gegen Ende Juli nach Baden-Baden an den kaiser-lichen Hof zurückkehrte, versicherte dort, der Erzbischof würde diese Be-dingungen angenommen haben, wenn nicht Herzog Karl ihm eine vielbessere Auseinandersetzung versprochen hätte. Der Herzog war nämlich'mit einer zierlichen Botschaft' an das Kapitel herangetreten. Er bat umErlaubnis, seinerseits Unterhandlungen vornehmen zu dürfen, fügte jedochgleich sehr bestimmt hinzu, er könne nicht zusehen, dass das Erzstiftverderbt werde 133 ). Landgraf Hermann hielt es für geraten, ihm ent-gegenzukommen: am 17. Juli schickte er Gerhard von Sayn, Heinrichvon Limburg, Ulrich Kreidweiss und Gerlach von Breitbach aus Kölnan den Herzog ab, zu berichten und als Bevollmächtigte eine Überein-kunft abzuschliessen 134 ). Am kaiserlichen Hofe fürchtete man deshalb,dass der Streit von beiden Seiten her dem Herzog, wie man sich aus-drückte, in die Hand wachsen würde 135 ). Um dies zu verhüten, hätteman gewünscht, dass innerhalb des bis zum 21. September währendenWaffenstillstandes, der im Stift verabredet worden war, der Kaiserselbst eine Vermittelung versuche. Kaiser Friedrich weilte schon seitEnde Juni bei seinem Schwager, dem Markgrafen Karl, in Baden-Baden,wo eine stattliche Zahl von Reichsfürsten sich um ihn sammelte. AuchGesandte Karls trafen ein. Ebenso finden wir Anfang August beideLandgrafen von Hessen dort, die um Förderung ihrer Sache beim Papsteersuchten 136 ). Die Gelegenheit zu Verhandlungen schien also für denKaiser günstig. In der That Hess er schon Ende Juli verlauten, erwolle die Parteien nach Trier oder anderswohin bescheiden und dieSache in seine Hand nehmen, fremde Einmischung zu verhüten 137 ).Aber die Erfolglosigkeit neu aufgenommener Verhandlungen zwischendem Kaiser und Pfalzgraf Friedrich versprach auch für die kölnischeSache nichts gutes. Man setzte wohl von keiner Seite grosse Erwar-tungen auf den Kaiser.
133 ) Ludwig von Eyb und Hertnid von Stein an ihren Herrn, Albrechtvon Brandenburg [1473 Juli 29 Baden], Auszug Priebatsch I S. 539.
134 ) Gedr. Lacomblet IV S. 462 Nr. 368.
135 ) Eyb und Stein a. a. 0.
136 ) Bericht von Eyb und Stein Aug. 2 [Niederbaden], Auszug Prie-batsch I. S. 543.
m ) Priebatsch I S. 542 (Bericht von Eyb und Stein Juli 31 Baden).