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riffen und am 10. Juni sich von Maastricht erhoben. Ende desMonats war ganz Obergeldern, mit Roermond und Veulo, in seiner Ge-walt. Damit stand er an der Grenze des Erzstiftes Köln, in bedroh-licher Nähe von Neuss, bei dem sich Köln voller Besorgnis wegen dieserDinge erkundigte 121 ). Wie unbequem die neue Nachbarschaft zu werdenversprach, zeigte alsbald das Erscheinen eines burgundischen Herolds inKöln, mit einem wälschen Brief seines Herrn, worin dieser auf Austrogvon Streitigkeiten zwischen einem seiner Unterthanen und einem KölnerBürger drang, in einer Weise, die auf Kölns rechtliche Freiheiten keineRücksicht nahm ,22 ).
In diesem Augenblick bot Erzbischof Ruprecht der Stadt Kölneine freundschaftliche Besprechung an 123 ). Die Stadt bestimmte zweiRatsfreunde, mit denen Ruprecht am 4. Juli zu Brühl allein sich be-sprach und denen er die Beschwerden, die er gegen die Stadt habe,schriftlich übergab. Er verlaugte nicht weniger als die ungeheuereSumme von 400000 Gulden als Entschädigung und das Versprechen,die gerügten Dinge fürder abzustellen. Wo nicht, so wolle er solcheAnsprüche aus seinen Händen stellen in eine mächtigere Hand, die Stadtdarum zu verfolgen 124 ). Am 11, Juli liess die Stadt zu Brühl Ant-wort sagen 125 ). Sie erbot sich zu Austrag der Beschwerden durchSchieds- oder Rechtsverhandlung. Der Erzbischof aber schlug dasab 12G ). Es blieb also bei der Drohung mit der mächtigeren Handund die Stadt wusste nun, wo ihr die grösste Gefahr lauerte. Mit demErzbischof öffentlich zu brechen, hütete sie sich damals noch sehr. Ineinem Zwist, der darüber ausbrach, dass das Kapitel einen Hof in derTrankgasse zu Köln, den der Erzbischof für sein Eigentum erklärte,
121 ) 1473 Juni 25; Stadtarch., Briefb. 30 Bl. 46 v.
m ) Stadtarch., Schickungsverz. 1468 ff. Bl. 63, 1473 Juni 28; Priebatscha. a. 0. I S. 543, Ludwig von Eyb u. s. w. 1473 Aug. 2.
123 ) Juni 29 Brühl, praes. Juni 30, Briefeing.; Antwort Juli 3, Briefb.30 Bl. 49; Stadtarch. — Nach Chmel, Regesten K. Friedrichs Nr. G746 wäreRuprecht am 25. Juni 1473 in Ulm gewesen. Das kann aber nicht richtigsein und die daran geknüpfte, in zahlreichen Büchern wiederholte Vermutung,damals hätten Kaiser Friedrich und Erzbischof Ruprecht in Sachen desKölner Stiftes persönlich mit einander verhandelt, muss gänzlich fallen ge-lassen werden.
m ) Annalen 49 S. 170, Kölner Erlass von 1474 Dez. 11.
12i ) Köln an Ruprecht 1473 Juli 9, Briefb. 30 Bl. 48 v; AntwortJuli 10 Brühl, praes. Juli 10, Briefeing.; Stadtarch.
126 ) Annalen a. a. 0.