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Ritterschaft erscheint hier eine Anzahl neuer Namen, bei den Grafenist zum ersten mal der junge Heinrich von Nassau-Beilstein, ein Bruder-sohn des Propstes Heinrich, wir sehen die Partei im Besitz der Amt-manuschaften von Andernach, Bonn, Zons, Httlchrath, Kempen undUrdingen. Die Entscheidung Kölns aber war um so bedeutender, alsder Herzog von Burgund sonst allenthalben am Niederrhein gerade jetztmächtig um sich zu greifen begann.
Herzog Johann von Kleve-Maik war ein alter Gegner ErzbischofRuprechts, sodass er unter anderem mit Laudgraf Hermann und seinerPartei zu freundschaftlicher Haltung gegen einander und zu Beobachtungeines allen Vertrages über Soest und Xanten sich verständigte. Solange Ruprecht bei der Macht bleibe, die er noch im Stift Köln habe,so lange solle keine der beiden Parteien sich mit ihm scheiden, ehe erjenen Veitrag bestätige 117 ). Doch unterhielt Johann andererseits schonseit Jahren Beziehungen zu Herzog Karl von Burgund, und diese bildetenjetzt ein festeres Band als obige Verabredungen. Auch Herzog Gerhardvon Jülich-Berg trat mit Karl in freundnachbarliche Verbindung. Wirhaben eine Urkunde Gerhards, in der er HüllVleistung unter gewissenUmsläuden verspricht; freilich nimmt er dabei den Kaiser, den Herzogvon Kleve und die Stadt Köln aus 118 ). Am 21. Juni 1473 bekundeteHerzog Karl ein Freundschaftsbündnis mit Gerhard, das besonders fürGeldern und Zütpheu geschlossen war, die Herzog Karl mit Einwilligungdes Kaisers zu erlangen hoffte. Gerhard trat seine Ansprüche auf diesebeiden Länder eben damals mit Zustimmung seiner Söhne für 80000 Gul-den au Karl ab n0 ). Für seine eigenen Ansprüche aber berief sich Karlauf Schenkung durch den im Februar verstorbenen Herzog Arnold vonGeldern, dessen Sohu er gefangen hielt. Da die Bevölkerung sich nichtgutwillig unterwerfen wollte, hatte Karl wohl vorbereitet 12ü ) zu den Waffen
117 ) 1473 ohne Tag, gedr. Lacomblet IV S. 465 Nr. 371.
118 ) Undatiert, gedr. Annaleu 49 S. 19, irrtümlich mit '[1474 August]'.Anfang Mai 1474 wurde der Vertrag iu Besprechungen zwischen Jülich-Bergund Köln als bestehend erwähnt, siehe unten.
»?) Siehe Lacomblet IV S. 460 Nr. 367 (1473 Juni 21) mit Aum.(Juni 20); Müller, Reichstags - Theatrum unter Kaiser Friedrich, ü S. 585(1473 . . . 20).
120 ) Ende Mai wusste der Kaiser in Augsburg bereits von hurguudischenRüstungen wegen Geklerus; lombardische Söldner zogen durch das Reich zuHerzog Karl; Janssen, Frankfurter Reichscorrespondenz II 1 S. 286; Prie-batsch, Politische Correspondenz des Kurf. Albrecht Achilles, I S. 563Anm. 1; u. s. w.