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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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teien um Kölns Gunst 112 ). Die Stadt aber hielt sich anfangs sehrzurück und war aus Sorge für ihre Selbständigkeit gegen beide Parteienauf der Hut. Sie traf zu ihrem Schutz allerlei Sicherheitsmassregelu,gerade damals noch besonders erschreckt durch den Handstreich, dender Herzog von Lothringen mit Hülfe des Pfalzgrafen am 9. April 1473gegen die Stadt Metz versuchte 113 ). Dann kam die schwere Schädigungdes Kölner Handels durch die Verlegung des Bonner Zolles nach Linz m ).Auch sonst mehrten sich die Plackereien, die die Stadt von Seiten derErzbisehöflichen erfuhr. Und in den Gebieten des Herzogs von Bur-gund wurden wiederholt Kölner Kaufleute feindselig behandelt 115 ). Unterdiesen Verhältnissen konnten die burgundischen Anmutungen in Kölnkeinen günstigen Boden finden. Vielmehr that die Stadt damals einenentscheidenden, die künftige Richtung ihrer Politik festlegenden Schrittnach der anderen Seite. Vom 5. Juni 1473 datiert der hundertjährigeFreundschaftsvertrag, den sie mit der Kapitelpartei abschloss 1Ui ). Land-graf Hermann, Kapitel und Stände versprachen darin namentlich, derStadt bei Gefahr eines Angriffs mit 1000 Mann zu Pferd und 1000zu Fuss Hülfe leisten zu wollen. Unter den Zeugen von Edelmann und

112 ) Vgl. Ruprecht an Köln 1473 März 15, Hermann an Köln März 26und Apr. 11. Pfalzgraf Stephan, Johann von Sombreff, Johann Hessler, Ger-lach von Breitbach und Edward Vogt zu Bell kamen Apr. 14 vor den Rat,sie sollten für Hermann vor allem ein Darlehen erbitten, Vermerk des Proto-notars zu dem Brief Apr. 11. Stadtarch.

113 ) Beschluss von 1473 Apr. 21, gedr. Stein, Akten zur Verfassungu. s. w. II S. 499. Unter anderem sollten PfafTschaft und Universität überihre Haltung befragt werden.

m ) Von den beiden Räten Ruprechts, die am 14. April die Verlegunganzeigten (Kanzler Dr. Johann von Linz, Propst von St. Severin in Köln, undDr. Johann von Eynatten) hatte Köln, da es geltend machte, dass der Erz-bischof gewöhnliches Geleit zur Frankfurter Messe gegeben hatte, Freiheitvom neuen Zoll bis zum 2. Mai versprochen erhalten. Eine Verlängerungdieser Frist wurde vom Erzbischof nicht bewilligt. Stadtarch.; Briefe KölnsApr. 14 und 19, Briefb. 30 Bl. 27 v und 28; Ruprecht an Köln Mai 9,Briefeing.

11B ) Köln an Karl und an Antwerpen 1473 Juni 11, Briefb. 30 Bl. 40 vund 43 v. Weiterhin vgl. z. B. Köln nach Bergen op Zoom 1474 März 21,Briefb. 30 Bl. 107.

116 ) Stadtarch, Urk. Nr. 13201, auch Urkb. 14641523 Bl. 63 (mitSpuren starker Benutzung) u. s. w. Gedr. nach anderer Vorlage Lacom-blet IV ?. 456 Nr. 366. Übrigens wurde die Partei nicht vor Mitte No-vember mit der Besiegelung fertig: Landgraf Hermann an den Kölner Bürger-meister Peter von der Clocken 1473 Nov. 9 Bonn; Stadtarch., Briefeing.