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Rückhalt beim Reich zu suchen, so hatte die eigenwillig-fürstliche Po-litik des Erzbischofs in dem mächtigen Selbstherrscher von Burgundihre beste Stütze zu erblicken.
Schon am 18. März 1473 Hess Herzog Karl vernehmen, durchdoppeltes Bündnis der Kirche und dem Erzbischof von Köln verbundenerfahre er mit grossem Missfallen, dass das Domkapitel mit einigenEdeleu und Städten des Stiftes den Weg der Gewalt gegen ihren Herrnbeschreite, Schlösser und Städte wegnehme und belagere. Er ermahnte,von diesem Wege abzustehen und schlug einen Schiedstag an seinemHofe oder anderswo vor, den er selbst abhalten oder durch seine Rätebeschicken wolle. Von diesen einer, der Propst Johann Ostoms vonNivelles, kam zu wiederholten Malen als Unterhändler in das Erzstift.Sein besonderes Augenmerk richtete der Herzog auf die Stadt Köln,von der er nicht nur strenge Neutralität verlangte, sondern auch wünschte,dass sie zur Einstellung der Feindseligkeiten ihren Einfluss geltendmache. Den beabsichtigten Schiedstag vor dem Herzog sollte sie mit-besenden ,09 ).
Köln befand sich in schwieriger Lage. Die üblichen Streitigkeitender Stadt mit den Erzbischöfen, besonders wegen der Hoheitsrechte,mussten bei der rücksichtslosen Art Ruprechts auf das schärfste hervor-treten, zumal die Befugnisse der Stadt durch Pfandverschreibungen er-weitert waren, was eine natürliche Hinneigung der Stadt zu den Pfand-herren im Stift hervorrief 11 "), die den Erzbischof verdross. Er haltein den Geldnöten besonders der ersten Jahre mehrfach bei Köln Unter-stützung durch grosse Darlehen gefunden 111 ) und musste auf seine imgrossen ganzen ziemlich geduldige Gläubigerin immerhin einige Rück-sicht nehmen. Doch stand er der Stadt, die darüber klagte, dass erihr so dauernd fernbleibe, mehr feindlich als freundlich gegenüber. Alsder Streit im Stift offen ausbrach, bemühten sich zunächst beide Par-
109 ) Köln. Stadtarch. — Karl an Köln 1473 März 18 Brüssel (ausführ-licher Brief mit Beglaubigung des Propstes), Apr. 26 Doullens in Artois nörd-lich von Amiens (zweite Beglaubigung), Burgund. Briefb. Bl. 15 und 17. Auseiner gleichzeitigen kölnischen Übersetzung des 1. Briefes ein mangelhafterAuszug Niederrhein. Annalen 49 S. 6, irrtümlich zu 1472 (wie bei Ennen IIIS. 479). Mai 14 wurden Vertreter Kölns verordnet, des Propstes Botschaftzu hören, Schickungsverz. 1468 ff. Bl. 62 v. Den Inhalt der Botschaft lehrtein Vermerk des Protonotars Reiner von Dalen Burgund. Briefb. Bl. 17.
u0 ) Vgl. Magnum chronicon S. 408.
1U ) Stadtarch., Samstags-Rentkammer, Ausgaben Bd. 29 11 : 1464 Dez. 25,1466 Okt. 31 u. s. w.