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Karl bald nach seiner Thronbesteigung — am 15. Juni 1467 starbPhilipp — in freundschaftlichen Beziehungen auch zu Ruprecht. Aufdessen Beschwerde ermahnte Herzog Karl am 20. März 1468 die StadtKöln, den Erzbischof au seinen alten Rechten, besonders dem des HohenGerichtes, nicht zu kränken 105 ). Doch war der Herzog damals nochweit entfernt, sieb mit dem für seine Lande so wichtigen Hauplhaudels-platz des Niederrheius zu überwerfen. Er erneuerte auf dessen An-suchen am 29. Oktober 1469 das alte Übereinkommen der Stadt mitHerzog Heinrich III von Lothringen und Brabant vom 13. Dezember 1251über Sicherheit der beiderseitigen Kaufleute I06 ). Obgleich es nicht anAnlass zu Zwistigkeiteu fehlte, stellte sich doch immer wieder ein freund-liches Verhältnis her, das zu bewahren die Stadt stets sorglich bemühtwar. Der Herzog aber legte überhaupt Wert darauf, sich als gutenNachbar hinzustellen. Wenn er in den Fehden am Niederrhein undden Wirren des Erzstiftes als Erbe der Politik seines Vaters überalldie Hand im Spiele hielt, so pflegte er zunächst nicht als Parteigänger,sondern als Schiedsrichter aufzutreten, was ihm weiteren Raum und dieFreiheit gewährte, seinen Vorteil zu nehmen, wo er ihn gerade fand.Die Pfandherren, die gegen den Erzbischof zu den Waffen griffen, suchtenzum Teil die Hülfe Herzog Karls zu gewinnen, indem sie ihm ihreSchlösser zu Lehen auftrugen, worauf er sich ihrer als seiner Vasallenannahm ,ü7 ). Das Abkommen über Schloss und Amt Linu, das Pfalz-graf Friedrich 1469 zwischen seinem Bruder und Ritter Johann vonHocmen traf, kam auf Veranlassung Herzog Karls zu Stande. DenRitter Dietrich von Burtscheid, der ebenfalls 1469. Schloss und AmtLechenicb dem Erzbisehof wieder einräumte, treffen wir nachher imDienst Herzog Karls 10S ). Als mit dem Beginn des Jahres 1473 die Ver-hältnisse im Erzstift sich zuzuspitzen begannen, konnte kein Zweifel sein,dass der Herzog sich einmischen werde. Aber nunmehr doch auch darübernicht, auf wessen Seite er mehr neige. Es lag in der Natur der Sache:wie in der ständischen Partei der Gedanke aufkommen musste, einen
105 ) 1468 März 20 Brüssel, praes. Apr. 20; Stadtarch. Bisher inNichtberücksichtigung der Osterrechnung zu 1467 gesetzt (Ennen, Gesch.von Köln III S. 479).
106 ) Karl an seine obersten Provinzbeamten 1469 Okt. 29 Haag; Köln.Stadtarch., Weisses Buch Bl. 215 und Burgund. Briefb. Bl. 6; Auszug Cüll-nische Reform (1621) Abt. II S. 170. Die alte Urkunde Stadtarch. Nr. 179.
107 ) Klageschrift von 1472 S. 307 (§ 7).10S ) Vgl. oben S. 9 Anm. 30.