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erschrecken zu lassen 10 °). Bald standen Donnerbüchsen Landgraf Her-manns vor Poppeisdorf, das nach heftiger Gegenwehr schliesslich sichergeben musste l(U ). Hessische Städte sandten Söldner nach Bonn loa ).Merkwürdig ist es nun, dass während auf der einen Seite Hein-rich von Hessen sich eng an seinen Bruder ansehliesst, auf der anderenSeite das Verhältnis der beiden pfälzischen Brüder gegen früher wesent-lich verändert erscheint. Friedrich der Siegreiche Hess es nach wie voran Schiedsversuchen nicht fehlen. So vermittelten seine Vertreter zu-sammen mit denen Johanns von Trier am 27. Mai einen kurzcu Still-stand zwischen Ruprecht und dem Kapitel 103 ). Zu Waffenhülfe dagegen,wie er sie ehemals geleistet, linden wir Friedrich nicht mehr bei derHand. Diese suchte Ruprecht, der von irgend welchem Nachgeben weitentfernt war, jetzt an einer anderen Stelle. Wenden wir mit ihmunsere Blicke auf Burgund!
Mit dem unternehmungslustigen Fürsten, der jetzt die burgun-dischen Lande beherrschte, war Ruprecht eben durch seinen Bruder inVerbindung gekommen. Karl der Kühne stand schon bei LebzeitenPhilipps des Guten, als Graf von Charolais und Generalstatthalter seinesVaters, im besten Einvernehmen mit Friedrich von der Pfalz. Am15. Juni 1465 trat dieser mit Vertretern Karls in ein Bündnis ein,worauf pfälzische Truppen den Grafen in seinem französischen Feldzugbis vor die Thore von Paris begleiteten. Nach dem Frieden von Conflansbestätigte Karl dieses Bündnis zu St. Trond am 29. Dezember 1465 1W ).Es war eine Einung zu Schutz und Trutz auf Lebenszeit. In ihr wirdauch des Erzbischofs Ruprecht, und zwar in merkwürdiger Weise ge-dacht. Nur dann will der Pfalzgraf gegen seinen Bruder durch diesenVertrag nicht verpflichtet sein, wenn Ruprecht in gewisser Zeit mit Karleinen ebensolchen Freundschaftsvertrag eingeht, wie ihn Herzog Ludwigvon Bayern geschlossen hat. Weigert sich Ruprecht, so soll ein Vor-behalt in Bezug auf ihn für Friedrich nicht bestehen. Man weiss nicht,ob es eines solchen Druckes bedurfte. Jedenfalls finden wir Herzog
10 °) Ruprecht an Linz u. s. w. Apr. 6, Aren, des Vaterl. I S. 145.
101 ) Koelhoff S. 825.
102 ) So Allendorf a. d. Werra Mai 7: Cassel. Landesbibl., Landau'scheAuszüge, Stichwort Landgrafen.
103 ) Gedr. Lacomblet IV S. 155 Nr. 365.. Der 'Hauptmann' des Ka-pitels ist hier nur wie ein Glied seines Anhangs genannt.
104 ) 2 Urkunden Karls '1465 Dez. 29 more eccl. Gallicane sumpto' beiKremer, Gesch. Friedrichs, Urkunden S. 348 und 351.