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Stuhls, Propst zu Xanten und Soest, ein heftiger und bei dem Einfluss,den er überall zu erwerben verstand — wir finden ihn bald in Be-ziehungen auch zu Heinrich von Hessen, Albrecht von Brandenburg undKaiser Friedrich —., sehr gefährlicher Gegner des Erzbischofs, mit demer anfangs wie mit Pfalzgraf Friedrich gut gestanden hatte 85 ). Ihmzur Seite sein Bruder Johann, der besonders wegen der Propstei Meschedemit Ruprecht persönlich verfeindet war 86 ). Weiter Israel Loirwert,Heinrich Mönch und Jakob von Stralen; alle diese schon von 1463 herin ihren Stellen. Endlich auch die beiden erst danach eingetretenen,Gerhard Koessbaum und der thätige Dr. Ulrich Kreidweiss. Von denGrafen des Landes waren Ruprechts Hauptgeguer eben die 4 an derErklärung vom 29. März 1473 beteiligten: Gerhard von Sayn, derschon am 26. März, ebenso wie der Domdechant, als Hermanns Hof-meister erscheint 87 ), Eberhard von Sayn-Wittgenstein, der thatkräftigePhilipp von Virneburg, seit seinem Beitritt zur Laudcseinung am8 Januar 1473 eine der tüchtigsten Stützen der Partei, und Friedrichvon Wied-Runkel. Aus der Ritterschaft that sich als Anhänger Her-manns ganz besonders hervor Ritter Gerlach von Breitbach; er gewanndamals grossen Ruf bei Freund und Feind. Neben ihm standen Johannvon Breitbach, der schon erwähnte Ritter Johann von Gymnich, EdwardVogt zu Bell, Gerhard von Hoemen und andere.
Von grösster Bedeutung für die ganze Folgezeit war die Verschie-denheit in der Parteinahme der Städte. Neuss, das schon am 22. Märzzum Gehorsam für Landgraf Hermann aufgefordert worden war, erklärtealsbald seine volle Zustimmung und rückhaltlosen Anschluss 88 ). Bonnund Andernach huldigten dem Landgrafen 89 ). Ahrweiler glaubte derErzbischof damals noch auf gütlichem Wege wiedergewinnen zu können.Er bot ihm Gnade an, wenn es zu ihm zurückkehre" 0 ). Jedoch ver-geblich. Dagegen fiel Linz, das bis in den März mit der Kapitelparteigegangen war, im entscheidenden Augenblick von ihr ab, Hess des Erz-bischofs Freunde wieder ein und trat an die Spitze der dem Erzbischof
85 ) Er war mit Heinrich von Nassau und Johann von Reichenstein beiRuprechts Wahl in besonderer Weise beteiligt, siehe oben S. 6 Aum. 13.Vgl. S. 7 Anm. 23.
s6 ) Denn er ist in der Klageschrift von 1472 S. 312 (§ 32) gemeint.
87 ) Hermann an Köln März 26, praes. März 29 (Beglaubigung fürPfalzgrat' Stephan und die beiden); Stadtarch.
88 ) Tücking, Gesch. von Neuss S. 62.
89 ) Koelhoff S. 825.
9 °) April 7 Brühl, gedr. Arch. des Vaterl. I S. 143.