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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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anhängenden Nachbarorte Sinzig, Remagen, Erpel, Unkel, Honnef undKönigswinter 91 ). Ruprecht blieb so im Besitz der Linzer Zollstätteund brauchte nur den Bonner Zoll zu verlegen. Mitte April zeigten zweiseiner Räte in Köln an, dass man fortan in Linz ausser dem dortigenauch den Bonner erzbischöfiieben Zoll erheben werde 92 ). Rechtlich ge-hörten die Einkünfte des Bonner Zolls zur Hälfte, wie wir gehört haben,dem Kapitel, zur anderen Hälfte aber als Pfandbesitz einer Gruppe vonKölner Bürgern. Beide Teile waren natürlich nicht gewillt, auf dieWeitererhebung in Bonn zu verzichten. So musste künftig doppelt be-zahlt werden. Wie am Mittelrbein waren auch am Niederrhein nochzahlreiche Städte auf Ruprechts Seite. Dazu hatte er überall im rhei-nischen Stiftsland seine festen Schlösser. Und einen Hauptrückhalt fürihn bildete dazu vorläufig der Besitz des bisher vom Stiftsstreit wenigberührten Herzogtums Westfalen. Hier aber kam jetzt die Parteinahmedes Hauses Hessen sehr in Betracht.

Eben für Westfalen hatte Ruprecht 1468 mit Landgraf Ludwigvon Niederhesseu, mit dem er früher (1465) in Krieg gelegen hatte,und 1471 auch mit Landgraf Heinrich von Oberhessen Freundschafts-verträge geschlossen 93 ). Landgraf Hermann, der dritte der Brüder,hatte damals Aussichten auf den Bischofsstuhl von Hildesheim. Docherhielt er bei der Wahl im September 1471 nur einen Teil der Stim-men und kurz darauf, im November, starb Landgraf Ludwig, der Haupt-förderer des Hildesheimer Planes. Indem man diesen allmählich ganzfallen Hess, schloss Landgraf Heinrich, der jetzt als Vormund der zweijungen Söhne Ludwigs auch in Niederhessen die Regierung erhielt, am11. April 1472 mit Landgraf Hermann einen neuen Vertrag ab, derdiesem ausser einer Jahresrente den lebenslänglichen Besitz von vierhessischen Bezirken 84 ) zusprach, welche aber an Heinrich übergehensollten, falls Hermann eins der Erzbistümer Mainz, Trier oder Köln

'") Koelhoff S. 825; Ruprecht an Linz und die 4 feindlichen StädteMärz 14, Köln. Stadtarch.; an Linz und obige 6 Orte April 6, gedr. Aren,des Vaterl. I S. 145.

° 2 ) Köln an Ruprecht Apr. 14; Stadtarch., Briefh. 30 Bl. 27 v.

93 ) Der erste (1468 Febr. 22) gedr. Lacombiet IV S. 423 Nr. 339;der zweite (1471 März 7) verz. das. S. 424 Anm. Dieser wird bei Lacombietirrig als Erneuerung des ersten aufgefasst. Zwei einleitende Verträgezwischen Ruprecht und Ludwig (1466 Okt. 19 und 1468 Febr. 13) Marb-Staatsarch., Copienbuch B 1 Bl. 25 v und 30 v.

94 ) Den Schlössern, Städten und Gerichten Biedenkopf, Homberg, Mel-sungen und Schaitenberg-Zierenberg.