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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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standen waren 81 ). Ausser zwei Grafen von Solms und von Arembergwaren dies der Rheingraf Johann, der 1471 mit in Regensburg gewesenwar, der Chorbischof Markgraf Marx von Baden, jüngster Bruder Jo-hanns von Trier, 1465 bis 1468 Beschützer und Verweser in Lüttich,und vor allem Graf Moritz von Spiegelberg, ein geistig bedeutender,hochbegabter Mann, den der Papst, als er ihn kennen lernte, des KölnerBischofstuhls besonders würdig erklärt haben soll 82 ). Übrigens war ervon seinen Gesinnungsgenossen der einzige, der schon 1463 im Kapitelgesessen hatte. Sämtliche anderen Wähler von damals 83 ), so viele ihrernoch lebten, waren jetzt Gegner des Erzbischofs. Allen voran der beiRuprechts Wahl ebenso wie Moritz von Spiegelberg unter den tüch-tigsten Vertretern des Kapitels genannte Domküster Stephan von Pfalz-Simmern, ein Bruder Herzog Ludwigs von Veldenz, des Gegners vonKurfürst Friedrich. Dieser Wittelsbacher, ein rühriger und gewandterHerr, war die Seele der Bewegung gegen seinen Stammesvetter geworden.Er sei dieser Dinge Hauptmann, Ursächer und Anfänger, klagten dieAnhänger Ruprechts. Er sei es, der alle anderen vom Kapitel listigwider ihn verleite und die Städte und das ganze Land aufreize, derdurch seine bösen Reden den Erzbischof mit Schimpf überhäufe. Wirhaben schon oben gehört, wie der Erzbischof über ihn klagte. Dagegenhören wir andererseits z. B., dass Stephan sogar in seinem Amt alsDombauvorsteher, das er ruhmvoll verwalte, vom Erzbischof auf jedeWeise belästigt und gestört werde 84 ). Auf Stephans Seite stand denndoch der grösste Teil des Kapitels. Der Decbant selbst, Graf Georgvon Leiningen, voran; dann der Achterdechant, Herr Johann vonReicbenstein; der Scholaster, Herr Salentin von Isenburg; der alte GrafHeinrich von Nassau-Beilstein, wieder einer der 1463 mit besondererAuszeichnung Genannten. Rang und Amt als Dompropst zu Mainz undPropst von St. Cassius zu Bonn gab seiner Parteinahme noch erhöhteWichtigkeit. Ferner Graf Heinrich von Henneberg und der erst nachRuprechts Wahl eingetretene, in der nächsten Zeit hervorragend thätigeHerr Johann von Sombreff. Die Priesterkanoniker waren bezeichnenderWeise sämtlich gegen Ruprecht. An ihrer Spitze Dr. Georg Hessler,der spätere Kardinal, damals Protonotar und Referendar des römischen

81 ) Für das folgende ist Hauptquelle ein undatiertes Verzeichnis derWidersacher Ruprechts, gedr. Arch. des Vaterl. I S. 146.

82 ) Magnutn chronicon S. 406; auch im folgenden benutzt.

83 ) Vgl. Lacomblet IV S. 395 Nr. 324 (oben S. 4 Anm. 8).S4 ) Klageschrift von 1472 S. 311 (§ 27).