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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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Doch war sein gewaltthätiges Verfahren schwer zu beschönigen 43 ),zumal er damit, besonders gegen das verhasste Kapitel, immer fortfuhr.Nach dem letzten Landtag nahm er dem Kapitel einen grossen Teliseiner Güter, viele Früchte und reiche Wein Vorräte weg 44 ). AllgemeinenAnstoss erregte es dann, dass er die Stiftssynode, die seit Menschenge-denken in Köln gehalten worden war, auf den 17. Februar 1472 nachBonn berief und dort in ordnungswidriger Weise abhalten liess 45 ). Kurzdarauf trat ein Ereignis ein, das seinem schon arg gesunkenen Ansehenden grössten Stoss versetzen sollte.

Die Stadt Neuss, die mächtigste im Niederstift, hatte anfangs aufSeiten des Erzbischofs gegen die Pfandlierren gestanden. Allmählichbekam jedoch, unter wechselnden Verhältnissen 40 ), eine dem Erzbischoffeindliche Partei im Rate die Oberhand, und es entstand nun ein un-erquicklicher Zustand, indem der Erzbischof die Bürgerschaft gegen denRat aufzuwiegeln, dieser aber sie gegen den Erzbischof einzunehmensich bemühte. Da fasste der Erzbischof den unglückseligen Entschluss,sich der Stadt gewaltsam zu bemächtigen. Ein gewisser Wesscl vonDüngelen, dessen er sich hierbei bedienen wollte, verriet aber das Vor-haben dem Rat von Neuss, und mit diesem im Einverständnis geschahes dann, dass Wessel vom Erzbischof ein Schriftstück erwirkte, worinihm eine stattliche Belohnung zugesichert war, wenn er die wider-spenstige Stadt in Ruprechts Hände liefere. Man sagt, nur ungernhabe der Erzbischof die ihn belastende Urkunde ausgestellt 47 ). Dochgeschah es, zu Poppeisdorf am 20. April 1472 48 ). Der HauptmannEberhard Steinbock und ein anderer Söldnerführer, Friedrich vom Steingenannt Schouff 40 ), fuhren am 5. Mai nach Neuss, die Verschreibung

43 ) So gesteht er z. B. selbst ein, dass er zu Erpel habe die Thoreaufschlagen lassen.

44 ) Die letzteren zu Unkel, Rheinbreitbach und Walberberg bei Bonn.Koelhoff S. 823. Vgl. die Klageschrift S. 310 f. (§ 22 und 23).

45 ) Koelhoff S. 824. Klageschrift S. 312 (§ 31).

40 ) Vgl. Magnum chronicon S. 408 und 409; Tücking, Gesch. von NeussS. 58 und 59.

47 ) Magnum chronicon S. 409.

48 j Lacomblet IV S. 450 Nr. 359 nach Transsumpt in der Gerichtsur-kunde von Mai 11, in der auch Briefwechsel Wessels mit Schouff und Stein-bock. Martin Reuschener und Wilhelm von Orsbeck waren mit diesen imVerständnis. Vgl. Tücking S. 60.

49 ) Ein Verwandter des Hauses Drachenfels, siehe Kölner Mitteilungen25 S. 351.