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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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an Wessel zu übergeben. Dieser sagte das Bevorstelien ihrer Ankunftan. So wurden sie auf dem Rheine abgefasst und gefangen nach Neussgebracht. Das Schriftstück, das sie mit sich führten, zeigte man derBürgerschaft, deren Sinn nun einmütig ward in gerechtem Zorn gegenden Landesherrn. Erschrocken sandte dieser den Domküster Stephanvon der Pfalz und andere und versuchte, seiu unbedachtes Thun wiedergut zu machen. Er Hess sich zu den weitgehendsten Erbietungen her-bei, wenn man seine Leute loslasse. Die Stadt, die weitbin ihre Klageüber die That des Erzbischofs vernehmen ]iess r ' 0 ), lud die Nachbarnzur Beratung ein. An ihrer Spitze erschien Graf Vincenz von Mors,den sich die Stadt zum Schirmvogt gesetzt hatte. Auch Köln entsprach,obgleich nicht ohne Bedenken wegen eingetroifener Warnungen, derRitte, Vertreter zum Gerichtstag zu schicken 51 ). Graf Vincenz unddie Edelleutc rieten zur Milde. Und es ist wohl möglich, dass dieStadt bei versöhnlicher Haltung ihren Vorteil besser gewahrt hätte.Aber die besonderen Feinde des Erzbischofs Hessen keine ruhige Über-legung aufkommen. Am 11. Mai fand das Gericht statt. Die beidenKriegsleute wurden sofort enthauptet, ihre gevierteilten Leichen sah manalsbald an den Stadtthorcn auf Pfählen aufgesteckt. Der Augenblickwar entscheidend gewesen für das spätere Schicksal von Neuss. Manversteht es, dass Ruprechts Seele jetzt mit um so grösserem Dass gegendie Stadt sich erfüllte 52 ). Überhaupt trug das Ereignis viel dazu bei,den Riss zwischen den Parteien im Stift zu vertiefen und die Gemütergegen einander zu erbittern 53 ).

Das Domkapitel hatte inzwischen weitere Massregeln gegen denErzbischof ergriffen. Wir besitzen eine sehr ausführliche Zusammen-stellung all der mannigfachen Beschwerden, die sich gegen Ruprecht an-gehäuft hatten 54 ); eine Gesandtschaft des Kapitels, die wir im Juni 1472zu Rom finden 55 ), trug dessen Klagen der Kurie vor. Sie bat um

50 ) Brief an Frankfurt, erwähnt Inventare des Frankf. Stadtarchivs IS. 259 Nr. 5759.

61 ) Mai 10, Köln. Stadtarch., Brief buch 29 Bl. 296v; Auszug Nieder-rhein. Annalen 49 S. 7.

52 ) Vgl. Koelhoff S. 824.

53 ) Der Herzog von Kleve beglückwünschte am 10. Juni Neuss underklärte das Gerücht, aus seinen Landen hätten Truppen gegen die Stadtausziehen sollen, für unwahr. Tiicking S. 61.

51 ) Informatio hrevis, undatiert, gedr. Arch. des Vaterl. I S. 306. Vgl.oben S. 9 Anm. 31.

B5 ) Lacomblet IV S. 351 Zeile 3; gegen Ende obiger Schrift (S. 313