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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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pich, Kaiserswerth, Ürdingen, Kempen, die Schlösser Rolandseck, Godes-berg, Gudenau, Nürburg uud viele andere; vor allem kam er in dendauernden Besitz der drei wichtigen Städte, Schlösser und Ämter Brühl,Leehenich und Linn 30 ). Die bisherigen Pfandinhaber mussten sich mitneuen, einfachen Schuldverschreibungen begnügen, wobei in mehrerenFällen so für Brühl und Leehenich das Domkapitel sich zurZahlung mitverpflichtete 31 ). Der hülfreiche Ffalzgraf dagegen erhieltzur Entschädigung das neugewonnene Kaiserswerth mit seinem einträg-lichen Zoll in Pfandbesitz; er verständigte sich am 26. Juni 1469 zuKöln mit dem Domkapitel über den diesem zustehenden Anteil an denZolleinkünften 32 ).

Es versteht sich, dass bei all den mehr oder weniger erzwungenenAbmachungen viel Zündstoff für künftigen Streit sich ansammelte; denErzbischof aber reizten die bisherigen Erfolge zu immer neuen Über-griffen, besonders gegen das Kapitel, dem er durch Schmäleruug seinerEinkünfte wie er denn unter anderem dessen Hälfte des BonnerZolles in seinen Besitz brachte es ausserordentlich erschwerte, dieerzbischöflichen Gläubiger, gegen die es sich mitverpflichtet hatte, ver-tragsmässig zu befriedigen 33 ). In seiner trotzigen, gewaltthätigen Hal-tung wurde der Erzbischof noch bestärkt durch den bedenklichen Ein-fluss seiner Günstlinge, unter denen Landfremde waren, wie die beidenPfälzer Reuschener, jetzt Amtmann zu Kaiserswerth und zu Linn, undSteinbock. Die bedeutenderen pfälzischen Räte dagegen, die Friedrichseinem Bruder überlassen hatte, deren Thätigkeit gelobt wird, vermochtenkeinen dauernden Einfluss auf den unbeständigen Sinn Ruprechts aus-zuüben und kehrten schliesslich wieder heim 31 ). So vor allem Götz

30 ) Kemnat S. 50; Koelhoff S. 818, 822, 823; Lacomblet IV S. 430Nr. 343 (Vertrag von 1469 Jan. 16 über Gudenau), 434 Nr. 345 (Febr. 20über Brühl), 437 Nr. 347 (März 23 über Leehenich), 438 Nr. 348 (Mai 11über Linn). Nach Soester Aufzeichnungen Dtsch. Städtechr. 24 S. 160 ge-wann Ruprecht Kaiserswerth, Godcsberg, Amt Linn und Ürdingen schon 1467zwischen Nov. 11 und Dec. 8, und zwar durch Überlistung und Gefangen-nahme der Besitzer. 'Dat was doch eyne undat von sodanem heren, also heyeyn ertzbisschopp wezen sali'.

31 ) Schreiben von 1472 Jan. 18 S. 112; Klageschrift des Kapitels,jedenfalls von 1472 (siehe unten), Arch. des Vaterl. S. 311 f. (§ 28).

n ) Siehe Quellen zur bayer. Gesch. II S. 443. Der Revers bei Kre-mer S. 415 Anm. 3 ist von 1469 Juli 28, nicht von 1468 (Juli 29).

33 ) Klageschrift des Kapitels S. 307 (§ 6).

34 ) Magnum chronicon S. 406. 1473 Febr. 10 bezeugte Pfalzgraf