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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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dass er seinen Bruder für einen endlichen Frieden mit dessen Gegnerngewinne. Wir scheu das aus mehreren Urkunden, in denen Rup-recht sowohl vor wie unmittelbar nach seiner Wahl sich verpflichtet hat,innerhalb gewisser, nachher mehrmals verlängerter Fristen Friedrich zurNachgiebigkeit im Mainzer Bistumsstreit zu bewegen oder selbst seinErzstift wieder aufzugeben 13 ). Der wohl von nassauischer Seite aus-gehende Plan war sehr geschickt; denn dem Pfalzgrafeii mnsste dieErhebung seines Bruders zum Erzbischof und Kurfürsten so hocher-wünscht sein, dass er, um ihn zu halten und die päpstliche Bestätigungfür ihn zu ermöglichen, gewiss zu einem Ausgleich sich bereitfindenliess u ). Ruprecht hat dann wohl mit wesentlicher Hülfe seinerAnwälte in der That eine lebhafte und erfolgreiche Schiedsthätigkeitausgeübt, die ihm die volle Gunst des Papstes erworben hat 55 ). Am15. Mai 1464 hat Papst Pius ihm die Bestätigung, am 17. Juni dasPallium gewährt. Dem gegenüber hatte es zunächst nicht viel zu be-deuten, dass dem Kaiser die in Ruprechts Wahl liegende Machtverstär-kung des gehassten Pfalzgrafen Friedrich wenig genehm sein konnte 1B ).Die umfangreichen Verpflichtungen gegen das Domkapitel hatRuprecht am Tag nach seiner Wahl unbedenklich auf sich genommen 17 ),er hat die Erblandeseinungen bestätigt 1S ) und darauf die Huldigungen

13 ) Siehe Frh. v. Hasselholdt-Stockkeim, Urkunden zur Gesch. Al-brechts IV v. Bayern S. 658: undatierte Verschreibuug Ruprechts vor derWahl; S. 664: Verschreibimg Ruprechts 1463 März 31 Köln. Zu seinenAnwälten in der Sache setzt Ruprecht hier den Grafen Heinrich von Nassau-Beilstein, Dompropst zu Mainz (er war zugleich Propst zu Bonn und Domherrund Archidiakon zu Köln), den Grafen Johann von Nassau-Wiesbaden, Dom-herrn zu Mainz, und Johann Espach, Licentiat in geistlichen Rechten. Unterden Zeugen sind die Kölner Domherren Johann von Reichenstein und GeorgKessler, ferner jener Graf Johann von Nassau und Pfalzgraf FriedrichsKanzler Dr. Mathias Rammung.

u ) Siehe Frh. v. Hasselholdt S. 661: Verschreibung Friedrichs 1463Apr. 4 Heidelberg, bis zu Apr. 12 Frieden mit Adolf von Mainz zu machen,damit der Papst geneigt werde, Ruprecht zu bestätigen.

15 ) Siehe Menzel, Gesch. von Nassau I S. 324 ff. und 348.

u ) Markgraf Albrecht von Brandenhurg gab dem Kaiser zu bedenken:'mocht auch gewendet werden, das der jung pfalzgraf nicht bischof zu Kölnwurd, wer vast gut, dann solten zween bruder auss einen hauss kurfursienwerden, die wider sein gnad wem, mag sein guad bedeuckeu, was im daraussentsteen mocht'; Frh. v. Hasselholdt, Gesch. Albrechts v. Bayern S. 265.

17 ) Vgl. Lacomblet IV S. 398 Anm.

18 ) Apr. 29 die rheinische, siehe Niederrhein. Annalen 59 S. 110,Juni 10 die westfälische, siehe oben S. 4 Anm. 7.