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Die Entstehung des deutschen Reichskrieges gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund
Entstehung
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einung gelegen hat. Wohl aber dienen diese Absichten fast völligerSelbständigkeit mit zur Erklärung der Wahl, die die Domherren zuKöln am 30. März in merkwürdiger Eintracht vollzogen haben. Sietraf 1 ") den in der Urkunde vom 19. März an letzter Stelle unter denKölner Edelkanonikern erscheinenden Rheinpfalzgrafen Ruprecht. Dieserjuuge Fürst, 1427 geboren, in Würzburg Donipropst, war, ganz im Gegen-satz zu seinem Bruder Friedrich, eine unbedeutende Persönlichkeit, unbe-dacht, flüchtigen Sinnes, mir der Jagd und dem Vogelfang emsig er-geben, wie ein wohlunterrichteter Zeitgenosse uns berichtet 11 ), der sichsehr verwundert zeigt, dass man alle die durch Rang und innere Würde,Fähigkeit und Erfahrung gleich ausgezeichneten Männer übergangenhabe, au denen das Kapitel damals reich gewesen sei. Die öffentlicheMeinung ging dahin, den einen oder andern habe man wegen seinerStrenge gefürchtet, gegenseitige Eifersucht sei im Spiel gewesen, denGewählten aber habe man mehr zu leiten gedacht, als sich von ihmleiten zu lassen. Für dies Leiten bot die Landeseinung noch eine be-sondere Handhabe durch die Bestimmung, dass der Erzbischof stets zweiMitglieder des Domkapitels um sich haben müsse. Auch sollte in demerzbischöflichen Rat, der aus Geistlichen und eingesessenen Weltlichenzu bestehen hatte, kein Dechant sitzen, als der vom Dome.

Die Wahl Ruprechts hatte übrigens doch auch Gründe, die nichtin seiner Persönlichkeit, sondern in seiner Herkunft lagen. HerzogPhilipp von Burgund hatte sich auf seine Verwandtschaft mit dem HauseWitteisbach berufen: aus diesem stammte der neue Herr; er war derBruder des siegreichen Beherrschers der Kurpfalz, mit. dem Philipp infester Freundschaft verbunden war, und gegen den ihn aufzubringeneben damals Papst und Kaiser den vergeblichen Versuch machten 13 ).Die Wahl deckte das Stift gegen den Herzog Philipp und gewann demStift den Pfalzgrafen Friedrich. Das merkwürdige aber ist, dass dieseErwägung, die sicher angestellt worden ist, zusammentraf mit der Wir-kung von Einflüssen, die noch aus einem anderen Grunde zu GunstenRuprechts ausgeübt worden sind. Gewisse Kreise inn- und ausserhalbdes Kapitels haben sich für seine Wahl bemüht unter der Bedingung,

10 ) Nach der Speyerer Chronik bei Mone, Quellensammlung zur ba-dischen Landesgesch. I S. 473 'mit wohl 23 Wahlstimmen (kor)'.

n ) Magnum chronicon Belgicum bei Pistorius, Rerum Germanicarumscriptores III S. 406.

12 ) Vgl. Kremer, Gesch. Friedrichs I von der Pfalz S. 327 und 329;Krause, Beziehungen zwischen Habsburg und Burgund S, 15.