199Nichts konnte unerwarteter und zugleichschmeichelhafter für Fridrichen seyn, als einsolcher Antrag eines stürmischen Helden, derimmer aus einem und dem nemlichen Tonegesprochen hatte. Fridrich, der eine natür-liche Abneigung gegen den Krieg und einpolitisches Mißtrauen gegen Ludwig hatte,ließ sich die Friedensvorschläge um desto ehergefallen, je mehr er überzeugt ware, daßlezterer alle Kräften aufbot, seine Pla-ne ruckgängig zu machen. Demnach ward derFriede auf der Stelle geschlossen. Die Artikelndes Friedens sind zwarn nicht öffentlich be-kannt gemacht worden; indeß sind doch eini-ge davon auf uns gekommen. Der vornehm-ste davon war, daß der Herzog Karl seineTochter und einzige Erbinn aller seiner Län-der dem kaiserlichen Prinzen Maxmilian zurEhe geben sollte; fast alle Schriftsteller, dievon dieser Fehde der Welt schriftliche Auf-säze lieferten, kommen darin übereinander.Selbst der nachher so berühmt gewordeneKayser Maxmilian hinterlies dieses in seinenKommentarien der Welt schriftlich, daß ihmerst nach der Belagerung von Neuß diemehr gedachte Prinzessinn Maria anverlo-bet worden wäre. Nach einem andern Ar-tikel sollte der Herzog die Belagerung derStadt Neuß unverzüglich aufheben undsodann mit seinem Heere einen Tag früherals
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Beyträge [Beiträge] zur Neußer Kronik, welche aus ächten Urkunden und bewehrten Schriftstellern gesammelt hat Conrad Aldendorff
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199
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