S196Muth gebrach, rückte dem vereinten Heereunerschrocken unter das Gesicht: zweimal ge-rieten beide Heere aneinander: das erste Ge-fecht fiel den 4ten, das andere den 10tenJunius vor. Aber keines war für beydeTheile entscheidend. Wie Karl sahe, daßseine Angrife auf das kaiserliche Heer die ge-hofte Wirkung nicht thaten, so sezte er derguten Stadt Neuß mit verdoppelten Kräf-ten zu. Anstatt, daß er durch die Heran-näherung eines so mächtigen Heeres, als dasKaiserliche war, von ferneren Unternehmun-gen hätte abstehen sollen, machte er vielmehreinen Versuch um den andern, um, wo esimmer möglich wäre, Neuß durch die äus-serste Gewalt zur Uebergabe zu zwingen. Neun-mal ließ er daher an einem einzigen TageSturm laufen, aber auch neunmal ward erzurückgeschlagen. Die Belagerten, die zuleztfast Verzweiflung beseelte, empfiengen ihn je-desmal mit den Waffen in der Hand undtrieben zulezt seine Soldaten mit allerhandin siedendem Wasser zerlassenem Unflatt zu-rück. Gleichwohl schlugen diese mißlungenenAngrife Karls unerschrockenen Muth nichtnieder. Vielmehr sezte Er seine Anfälle vorwie nach bald wider das kaiserliche Heerbald wider die Stadt Neuß ununterbrochenfort und wahrscheinlicher Weiße hätte dieseFehde vor Neuß nicht eher ein End genom-men,
Druckschrift
Beyträge [Beiträge] zur Neußer Kronik, welche aus ächten Urkunden und bewehrten Schriftstellern gesammelt hat Conrad Aldendorff
Entstehung
Seite
196
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten