140sich ausserdem in den Anstalten, die manwider ihn vorkehrte, vor andern Städtenvorzüglich auszeichnete. Er machte sich da-her gefaßt, dieselbe mit der äussersten Ge-walt zu unterjochen, zumal, da er nach demAusdruck des Schaten befürchtete, daß die-selbe sich nach dem Beyspiel der Soster gänz-lich unter des Herzogen Bottmäßigkeit be-geben möchte. Neuß war aber in dem bestenVertheydigungsstande und hatte überdemnoch eine Menge gesunder Bürger, die inden Waffen geubt und entschloßen genug wa-ren, eher das äusserste zu wagen, als sichwas fremdes und widerrechtliches aufdrin-gen zu lassen. Es war also mit Ge-walt gegen Gewalt nicht viel auszurichten.Es mußten daher listige Anschläge aus-gesonnen und ausgeführet werden. Schonvorher hatte er die Bürger wider denMagistrat aufzuhetzen gesucht. Allein da-durch hatte er nur so viel ausgewirkt, daßsich der Magistrat mit der Bürgerschaftmehr und mehr verbande und mehr als je-mals auf guter Hut bliebe. Indeß war ein-mal dem Obristen Bock der Auftrag gege-ben worden, Neuß entweder mit Gewaltoder mit List zu unterjochen. Der Plan zurUnterwerfung oder vielmehr zur Ueberrum-pelung der Stadt war bereits entworfen undvom Kurfürsten Ruprecht genehmigt. DerObri-
Druckschrift
Beyträge [Beiträge] zur Neußer Kronik, welche aus ächten Urkunden und bewehrten Schriftstellern gesammelt hat Conrad Aldendorff
Entstehung
Seite
140
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten