138⛪Güte mit den Glaubigern gesetzt hätte. Alleinanstatt dieselbe nach und nach zu befriedigen,fuhr er vielmehr gerade durch und hatte nochdazu die Unbesonnenheit, den Domkapitu-laren ihre Einkünfte zu beschneiden Dadurchbrachte er aber die ohnehin schwierigen Ge-müter so wider sich auf, daß er bis auf denTod gehaßt und von nun an der Entschlußgesasset ward, in allem Ernste auf ihn los-zugehen. Der Anfang ward damit gemacht,daß ihm eine formliche Krieges Erklärungzugeschickt und ihm ein Administrator inder Person des Herman von Hessen, der da-mals Köllnischer und des königlichen Stif-tes zu Achen Kapitular ware, mit dem Auf-trage, die Gerechtsame der köllnischen Kir-che zu handhaben, an die Seite gesetzt wur-de. Dieser Herman aus dem Hause Hessen,Marpurgischer Linie, der, wie wir in derFolge hören werden, den meisten Antheil ander Vertheidigung der Stadt Neuß hatte,ward der Liebling der ganzen Nation. Un-gemein vieles hatte er vor den damaligenGroßen des Landes voraus. Er war thä-tig, tapfer; von ungemein einnehmenden Ma-nieren und sehr herablassend, das ihm auchin der Folge den Beynamen der Milde zu-wege gebracht hat. Einem solchen Herrnmußte bey einer solchen Lage, worin damalsdas Erzbischthum ware, alles möglich wer-den.
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Beyträge [Beiträge] zur Neußer Kronik, welche aus ächten Urkunden und bewehrten Schriftstellern gesammelt hat Conrad Aldendorff
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138
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