Druckschrift 
[Textband] (1831) Sammlung schön blühender Gewächse Text
Entstehung
Seite
217
Einzelbild herunterladen
 

Loddigesia oxalidifolia.

Taf. 93.

217

Die schmetterlingsförmige Blumenkrone besteht aus einem etwas sichelförmig ge-krümmten Kiel (carina), aus zwei mit kurzen dünnen Nageln versehenen Blättchen gebil-det; aus zwei etwas längern aufrecht- abstehenden, hohl-gefalteten etwas gebogenen undstumpfen Flügeln und einer sehr kurzen stumpfen keilförmigen Fahne, die kaum halb solang als der Kiel und nur ein Dritttheil so lang als die Flügel ist. Die Farbe dieserT heile ist blafs rosenroth mit dunklerer Spitze des Kiels.

Die Staubfäden sind alle verwachsen, weifs, glatt und in dem Kiel eingeschlossen;die Staubbeutel sind gelb. Der Fruchtknoten ist länglich, linienförmig, flach mit fünf Eier-chen. Der Griffel ist glatt, von der Länge der Staubgefäfse und endigt in eine rundlicheetwas verdickte Narbe.

Die Frucht, welche bei uns nicht zur vollen Reife kam, war verkehrt-eiförmig, ander Spitze seitlich schief-ausgeschnitten, etwas aufgeblasen und enthielt einen Saamen.

Anmerk. Da Decandolle bei seiner Beschreibung (1. c.) von weifsen Blüthenspricht, so fragt es sich, ob diese Art auch wirklich hierher gehört?

Vaterland.Das Vorgebirg der guten Hoffnung.

Cultur.

Dieser niedliche Strauch wird wie die meisten Pflanzen vom Vorgebirge der gutenHoffnung., vom Mai bis October an einem dafür geeigneten Orte im Freien und während desWinters im Caphause an einer luftigen sonnigen Stelle unterhalten.

Gleiche Theile Laub und Heideerde, wozu ein Viertheil feinen Flufssandes gemischtwird, ist für diese Pflanze ein vorzüglich guter Boden.

Sowohl durch Stecklinge als Saamen läfst sie sich leicht vermehren, wenn man da-mit so verfahrt, wie wir es schon oft bei der Culturangabe capischer Pflanzen, em-pfohlen haben.

Die Zeit der Blüthe fällt in die Monate April und Mai.

Erklärung der Tafel.

1. Ein Zweig mit Blütlien. 2. Ein Blatt mit den Afterblättchen. 3. Eine Blüthe, von der Seite.des Kiels gesehen. 4. Derselbe, von der Seite der Fahne. 5. Die beiden Blattchen de» Kiels6. Die Fahne. 7. Der Kelch. 8. Derselbe, der Länge nach durchschnitten. 9. Derselbe mit demStaubgefäfse. 10. Der Fruchtknoten und Griffel, (alle Figuren von 3. an vergröfsert). 11. Einenicht völlig reife Frucht in natürlicher Gröfse. 12. Dieselbe geöffnet mit dem Saamen. 13. DerSaamen vergröfsert.

30