48paßte. Der Legat, der in einer Provinzoder Stadt kommandirte, wußte dieses schondahin einzuleiten. Um dieser Absicht desMutterreichs näher zu kommen, ließ er sei-ne Befehle nie anders, als in RömischerSprache abfaßen. Auch die andern Römerfolgten deßen Beyspiel. Der stolze Sena-tor, der sich von Römischen Konsuln oderwer weis gar von was für einem Diktatorherschrieb, runzelte die Stirne, wenn er dierauhen Hauchen der Ubier vernahm. Dergemeine kriegerische Römer, der auf so vielProvinzialen die verächtlichsten Seitenblickewarf, so viel Narben er aufweisen konnte,war viel zu unbiegsam, die Gebräuche dessenanzunehmen, den er bezwungen oder den erwohl gar mit seinem Blute wider ander-wertige Feinde vertheidiget hatte. Und derUbier, der das Glück hatte, ein Mitgliedirgend einer ansehnlichen Römischen Familiezu werden, rechnete es sich nichts weniger,als zur Schande, alles dasjenige mit dergrößten Willfährigkeit anzunehmen, waseben dieser Familie anklebte. Da endlichauch die lateinische Sprache im Handel undWandel und in freundschaftlichen Zusam-menkünften angenommen war, was war esWunder, daß dieselbige alsdenn gar balddie Oberhand gewann? Freylich ward dazuZeit und Müh erfodert. Allein dadurchließen
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Beyträge [Beiträge] zur Neußer Kronik, welche aus ächten Urkunden und bewehrten Schriftstellern gesammelt hat Conrad Aldendorff
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48
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