13Dem war aber leider nicht so; tückisch überfiel ihn imJahre 1868 ein Feind, dem kein Sterblicher gewachsen ist. Nocheinmal ging er in seine alte Heimath; im Frieden der Natur hoffteer Genesung zu finden, und ob er auch gekräftigt in seine eigent-liche Heimath, in die Obhut und treue Fürsorge seiner Freunde zurück-kehrte, es zeigte sich doch zu bald, wie sehr die Spuren des Ver-gänglichen an seiner hohen Gestalt mehr und mehr um sich griffen.Die Kunst ließ ihn freilich noch nicht aus ihrem Banne; er schafftenoch die genannten beiden Kunstwerke in Köln und Düsseldorfbis er endlich um die Weihnachtszeit 1869, von heftigen Fie-bern erschöpft, Pinsel und Stift mit der Hoffnung auf einebessere Zeit niederlegen mußte. Diese bessere Zeit sollte nicht kom-men; die Leiden steigerten sich mehr und mehr und die treuestePflege, die auf jeden seiner Athemzüge lauschende Sorgfalt undLiebe scheiterte an dem unabwendbaren Rathschlusse einer höherenGewalt. Der Frühling kam und schwand, ohne ihm Heilung, ohneseinen Freunden und Verehrern Tröstliches zu bringen. Er selbstwar ergeben und still; aus Rücksicht für seinen treuesten Freundund dessen Gattin verschwieg er die Größe seiner Leiden; er hoffteauf die Zeit der Ernte, die nach seinem Glauben segen= und heil-bringend wirke, bis endlich am 30. Juni 1870, Abends 10½ Uhr, derSchnitter erschien und den einst so schönen segensvollen Halm abge-mäht in die bebenden Arme seiner Getreuen legte.Tie Trauerkunde durchflog alsbald die Stadt und weckte überällden tiefsten Schmerz. Wo hätte sie nicht Eingang gefunden, werhatte den Verklärten nicht geliebt! Jedes Kind kannte den freund-lichen Mann, die Reichen und besonders die Armen wußten vonihm zu erzählen in Allem, was gut und preiswürdig ist. DieTrauerkunde wird Wiederhall gefunden haben überall, wo dieKunst ihre erhabenen Tempel zeigt, denn dort glänzt der NameMintrop mit goldener Schrift an den Ruhmessäulen der Ge-feierten. — Erschütternd fiel der Schlag auf seine Kunstgenossen,vernichtend in die Herzen der Getreuen, die seinen letzten Händedruck, den letzten Athem empfingen.Großartig zeigte sich die Theilnahme, als man die entseelteHülle der letzten Ruhestätte entgegenführte. Tausende drängten sichan den Wegen und um das Grab; man fühlte eben in allenKreisen den Verlust. Kaum ist zuvor in der Kunststadt ein Mannmit erhabenerer Feier bestattet worden. Kein Orden, als Zeicheneiner Fürstengunst, wurde ihm vorgetragen, wohl aber die Palme
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