Kunst zum Opfer falle, er hielt das heilige Banner hoch, bis esihm der langsam heranrückende Tod aus der Hand nahm. O, wieviel Schönes erstand und ach, wie viel Schönes erlischt in demEinen Theodor MintropDer Verklärte wurde im Jahre 1814, am 7. April, auf demGute Barkhofen, unweit der alten Stadt Werden an der Ruhr,geboren. Sein Vater betrieb eine ziemlich ausgedehnte Ackerwirth-schaft und war zugleich Vorsteher der zerstreuten Bauerschaft Heid-hausen. Der Hof liegt auf dem Höhenzuge der linken Flußseite,inmitten von Feld und Wald, mit einer unendlichen Fernsicht inden reichsten Garten der Natur. Da zogen die Schiffe zum altenVater Rhein, da rauschten die Mühlen in den stillen Schluchtenund tief in den Schooß der Erde hinein sah man die Bergleutein die nächtigen Schachte fahren. Märchen und Sagen vermischtensich mit dem bewegten Leben und dieses Leben hatte seinen rast-losen Umschwung besonders auf dem Hofe des Schulte=Barkhofen,wie man Mintrop's Vater allgemein nannte. Die Mutter wareine einfache Frau, voll tiefen Gefühls. Fünfzehn schöne Menschen-blumen erblühten an der Brust der letzteren, doch pflückte der Todmehrere derselben wieder ab, so daß nur eine kleine Zahl zurück-blieb. Unser Mintrop war der drittgeborene Sohn. Ueber seinemErscheinen schwebte ein Walten, dessen Räthsel wir nie zu ent-schleiern vermögen; in der Geburt wurde er zu dem geweiht, wo-durch er sich auszeichnen sollte, und die Genien der Kunst, die Graziender Schönheit, sie standen an seiner Wiege, gaben ihm den Weihekußund leiteten ihn in der ersten Kindheit. Von ihrer Hand ging er überin die Arme der Natur, die mit ihrem sanften Reiz, mit ihren großenFormen ihn nicht los ließ. Sie war seine Lehrerin, sie verstander in jedem Wechsel, ihr blieb er treu und die Sehnsucht zu ihrenMutterbrüsten lebte in seiner Seele bis in den Tod hinein. Daßer als Kind ein anderes war, wie sich das gewöhnliche Landkinduns zeigt, ist begreiflich. Das Gemeine hatte ihn äußerlich undinnerlich nicht berührt; seine Erscheinung, sein sanftes Wesenstrahlten hervor aus den lärmenden Schulgenossen, weshalb ihnsein Lehrer mit besonderer Liebe an sich schloß. Er entdecktebald bei dem Knaben die Anlagen zum Zeichnen, die er in derNachbildung einiger in der Kirche gesehener Heiligenbilder undgeschnitzter Engel übte. Der Lehrer unterstützte Anfangs seinStreben, hatte aber bald Mühe, ihn zu dämpfen, damit erauch Anderes lerne, als das für sein späteres Leben unnöthig
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